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Die SG Ratingen ist mit der Hinrunde in der Handball-Regionalliga nicht zufrieden

„Alles auf dem Prüfstand“ : SG Ratingen hadert mit bisheriger Ausbeute

Acht Verlustpunkte sind der Führung des Handball-Regionalligisten zu viel.

Dass Bastian Schlierkamp wortkarg ist, kommt relativ selten vor. Der Geschäftsführer der SG Ratingen hat eigentlich immer einen Plan. Doch wenn es um die aktuelle Situation der ersten Mannschaft in der Handball-Regionalliga geht, ringt er ein wenig nach den richtigen Worten. „Wir sind alle vom bisherigen Saisonverlauf ziemlich enttäuscht“, sagt Schlierkamp. „Acht Verlustpunkte sind definitiv zu viel. Vor allem wenn man bedenkt, dass wir gegen Top-Teams eine Top-Leistung gebracht haben, diese aber gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller nicht abrufen konnten.“

In der Tat gleicht der bisherige Saisonverlauf des Löwenrudels einer kleinen Achterbahnfahrt. Top-Leistungen wie die deutlichen Siege gegen Aldekerk oder den TSV Bonn wechseln sich mit schwachen Auftritten ab wie bei der Niederlage in Rheinbach oder beim Remis gegen den Tabellenletzten Siebengebirge.

Der Trainer spricht von
„nicht einfachen Bedingungen“

Für Trainer Khalid Khan sind die Schwankungen gut erklärbar. „Wir haben im Rahmen der Möglichkeiten eine gute Hinrunde gespielt“, betont er. „Unter nicht einfachen Bedingungen bin ich mit der Mannschaft und ihrer Leistung zufrieden, allerdings haben wir für meinen Geschmack zwei Punkte zu wenig geholt. Khan verweist auf die Verletzenmisere, auf die Tatsache, dass er durch die langfristigen Ausfälle von Jan Kerssenfischer und Marcel Müller fast nur mit drei Rückraumspielern agieren konnte. Im Kader sind zwar weitere Spieler, die auf der Position eingesetzt werden könnten, wie etwa Timo Schmitz – doch da, so heißt es, mangele es noch an Erfahrung für Regionalliga-Einsätze.

Vor der Saison war die SGR – auch dank der Anwesenheit dreier mazedonischer Schwergewichte – als haushoher Favorit in die Spielzeit gegangen. Die Hinrunde hat jedoch bewiesen, dass Filip Lazarov und Petre Angelov noch Zeit zur Eingewöhnung brauchen. „Filip ist erstmals nicht nur Profi, er muss auch arbeiten. Damit muss er erst einmal klarkommen“, sagt Khan. Und die Leistungen Angelovs waren in dieser Saison ziemlich schwankend – zeitweise musste ergar auf der Bank Platz nehmen. Ace Jonovski ist auf und abseits der Platte unumstritten, fehlte in der Hinrunde jedoch häufig aufgrund von Verletzungen. So wurde aus dem Traum-Trio aus Mazedonien regelmäßig eine lazarovsche Ein-Mann-Vorstellung.

Die Winterpause wollen die Verantwortlichen nun nutzen. „Wir werden alles auf den Prüfstand stellen“, betont Schlierkamp. „Fakt ist, dass wir die teuerste Mannschaft und das teuerste Trainer-Team der Vereinsgeschichte haben. Wir haben jede mögliche Ressource ausgeschöpft. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, die Jungs geben im Training Gas, trotzdem stimmt die Leistung nicht immer. Das müssen wir abstellen. Wir wollen und müssen in die Dritte Liga aufsteigen, diesen Ansprüchen werden wir gerade nicht gerecht.“

Khan und Schlierkamp sind
nicht immer einer Meinung

Zu konkreten Äußerungen wollte sich Schlierkamp nicht hinreißen lassen. Auf Trainer Khan angesprochen, dessen Vertrag im Sommer aufläuft, sagt er: „Wir haben bei der SG Ratingen noch nie einen Trainer entlassen“, und verweist dann auf die Aufarbeitung in der Pause. Fakt ist, dass Khan und sein Vorgesetzter Schlierkamp nicht immer einer Meinung sind, was die Bewertung der sportlichen Leistungen angeht. Während der eine „total enttäuscht“ ist, ist der andere „im Rahmen der Möglichkeiten zufrieden“. Auch was das Saisonziel angeht, liegen beide nicht auf einer Linie. So fordert Trainer Khan Zeit für sein Team, zu einer Einheit zu werden, während Schlierkamp aufsteigen möchte.

Die Ratinger basteln bereits am neuen Team. Nach Yannik Nitzschmann und Max Eugler hat nun auch Kapitän und Kreisläufer Kai Funke seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Im Winter werden potenzielle Neuzugänge gesucht. Die Gespräche sind in der Endphase. „Wir wollen aber nur Spieler verpflichten, die uns sofort weiterhelfen“, so Schlierkamp. „Wir wollen das Ruder in der Rückrunde noch herumreißen.“