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Ratingen: Ebert-Schüler zeigen Krippen

Projekt der „Willkommensklasse“ : Ebert-Schüler gehen Krippen-Weg

Willkommensklasse beschäftigte sich in Projekt mit der Geschichte des Weihnachtsfestes.

Die „Willkommensklasse“ ist eine spezielle vor knapp vier Jahren eröffnete Sprachförderungsklasse für Schüler mit Migrationshintergrund, die aus den unterschiedlichsten Gründen in Ratingen wohnen. Die aktuellen Schüler kommen aus Albanien, Bulgarien, Griechenland, Mazedonien, Polen, Syrien und der Türkei. Die einen sind Christen, andere sind Muslime. Sie alle beginnen in der Klasse Deutsch zu lernen. Neben Wortschatz, Grammatik und Landeskunde stehen bei ihnen auch kulturelle Themen angesprochen. Sobald sie ein gewisses Deutschniveau erreicht haben, wechseln sie stundenweise oder direkt komplett in die Regelklassen.

„Ein Baustein, ihnen die Integration in einer für sie neuen Heimat mit zum Teil völlig anderer Kultur zu erleichtern, ist unser besonderes Schulprojekt zum Jahresende. In diesem Jahr haben wir uns mit dem Thema „Krippe“ auseinandergesetzt“, sagte Klassenlehrerin Gwendolyn Dembowsky.

Wie in den Jahren zuvor, wurde auch das diesjährige Projekt gemeinsam mit dem Caritasverband für den Kreis Mettmann durchgeführt. „Es ist eine ganz andere Form von Lernen, bei dem alle viel davon profitieren“, sagte Ursula Hacket. Sie koordiniert dort die Flüchtlingsbegleitung und hatte für das Projekt mit der Friedrich-Ebert-Schule Gelder aus dem landesweiten Programm „KOMM-AN NRW“ zur Förderung der Integration von Flüchtlingen in den Kommunen beantragt und zugesprochen bekommen.

Die Willkommensklasse lernte in Köln mehr über Weihnachten

„In meiner Heimat gibt es kein Weihnachten. Bei uns wird eher Kurban Bayram gefeiert, ein Opferfest, bei dem unter anderem Schafe geschlachtet werden“, erklärte der 16-jährige Amado aus Mazedonien. Er kenne zwar schon die Weihnachtsgeschichte in den Grundzügen, aber eine Krippe zum Beispiel habe er wie viele seiner Klassenkameraden noch nie in echt gesehen. Und davon bekam er vor einigen Tagen gleich mehrere zu sehen. Gemeinsam mit zwölf weiteren Mitschülern aus der „Willkommensklasse“, den beiden Klassenlehrerinnen und einigen Ehrenamtlichen fuhr er nach Köln zum Krippen-Weg, einer Krippenausstellung mit Werken an über 120 öffentlichen Standorten in der Domstadt. Begleitet durch eine fachkundigen Führung besichtigten sie eine kleine Auswahl der kunstvollen Krippen, unter anderem im Kölner Dom, im Hauptbahnhof und in einem Seniorenheim.

Im Unterricht hatten sie zuvor kurz besprochen, was sie in Köln überhaupt erwartet und was eigentlich eine Weihnachtskrippe ist. Auch nach dem Besuch wurde in der Klasse das Gesehene noch einmal gründlich aufgearbeitet, dann konnten die SchülerInnen selber kreativ werden. Mit Ton- und Transparentpapier sowie viel Glitzer bastelten sie einen ganzen Vormittag lang ihre eigenen Krippenszenen, die anschließend in einen Holzrahmen geklebt und mit einer batteriebetriebenen Minilichterkette bunt illuminiert wurden.

Stolz stellten sie ihre Kunstwerke bei einer Präsentation in der Schule vor, erklärten, was sie mit ihren Werken ausdrücken wollten und gaben dabei zusätzlich noch ein einstudiertes Weihnachtsgedicht, natürlich über die Weihnachtskrippe, zum Besten. Besonders freute es Organisatoren wie Schüler, dass auch Eltern und Lernpaten gekommen sind, um die liebevoll gestalteten Werke zu bewundern.