Mitglieder des Quartierprojektes unterwegs : Zahlreiche Barrieren erschweren Rollstuhlfahrern das Leben

Quartiersprojekt stöbert Hindernisse in der Innenstadt auf.

Die Teilnehmer am Quartiersprojekt Innenstadt sind in diesem Jahr mehrfach durch die Stadt gezogen und haben neuralgische Punkte unter die Lupe genommen. Im Mittelpunkt standen Gefahrstellen für Behinderte und ältere Mitbürger, die auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. Auch die Stadtverwaltung wurde in diesem Prozess eingebunden. „Wir haben genügend Stellen gefunden, bei denen beispielsweise hohe Bordsteinkanten für Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer kaum zu überwindende Hindernisse bedeuten“, sagte Walter Hill vom Quartiersprojekt.

Schon zwei Zentimeter sind manchmal unüberwindbar

Er machte deutlich, dass es für viele Bürger kaum nachvollziehbar sei, dass schon einige Zentimeter zu hoher Bordstein oder wenige Treppenstufen im Eingangsbereich – beispielsweise an der Musikschule oder im Stadtgeschichtshaus – für Rollstuhlfahrer eine große Barriere bedeuten. Eigentlich gebe es an der Musikschule bereits eine Lösung, Nur sei diese nicht unbedingt bekannt, so Hill. Die Musikschule sei nämlich auf der Rückseite ohne Hindernis zu erreichen. „Da muss nur ein entsprechendes Hinweisschild angebracht werden.“

Am Stadtgeschichtshaus gebe es einen Hintereingang, der aber zwei Stufen umfasst und daher auch eine Barriere darstellt. Die Behindertenbeauftragte der Stadt Mettmann, Mabel Stickley, wird sich mit dem Vorstand der Aulen Mettmanner in Verbindung setzen, um Möglichkeiten einer Lösung zu prüfen.

Ein Hindernis bedeutet auch die hohe Kante an der Mittelinsel der Lutterbeckerstraße, da diese für die Rollstuhlfahrer nur schwer zu überwinden ist. Die Mitglieder des Quartiersprojektes, das bei der Arbeiterwohlfahrt tagte, waren sich darüber einig, dass die Probleme bei städtischen Straßen oder Gebäuden zu bewältigen seien, schwieriger sei es, wenn Barrieren in Bereichen auftauchen, die sich nicht in städtischer Zuständigkeit befinden.

Bau-Dezernent Kurt Werner Geschorec machte auf einen anderen Aspekt aufmerksam: „Die Verkehrsmoral hat sich im Laufe der Jahre sehr verschlechtert. Durch Gedankenlosigkeit und Rücksichtslosigkeit werden beispielsweise Wege durch Müllbehälter oder andere Dinge versperrt.“

Die Mitglieder des Gesprächskreises nannten weitere Problemstellen, machten aber deutlich, dass es ein gutes Einvernehmen mit den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gebe. „Wir sind froh über jeden Hinweis hinsichtlich Bereiche im Stadtgebiet, die für Behinderte oder ältere Leute eine Barriere bedeuten“, betonte Stephan Kopp, Abteilungsleiter Bauen. „Wir sind dann um eine Lösung des Problems bemüht.“

Mabel Stickley berichtete, dass es im Quartiersprojet und in der Initiative Oberstadt Überlegungen gebe, einen Bürgerbus einzuführen. „Das sind Gedanken im Vorfeld, die einer genauen Prüfung und Abwägung bedürfen. Mit einem Bürgerbusverkehr sind viele Fragen verbunden. Das fängt schon mit der Suche nach genügend ehrenamtlichen Busfahrern an“, sagte Klaus Bartel, einer der „Motoren“ der Initiative Oberstadt, recht zurückhaltend.