Gruiten: Wilde Rennstrecke - Aufschub für die Mountainbiker

Gruiten: Wilde Rennstrecke - Aufschub für die Mountainbiker

Die Eigentumsfrage ist weiter ungeklärt. Hephata könnte die Strecke dulden.

Gruiten. Geht es nach Landschaftswächter Hans-Joachim Friebe, müsste der illegale Mountainbike-Parcour, den er im Frühjahr in einem kleinen Wald in der Verlängerung des Golfsplatzes Haan-Düsseltal entdeckt hatte, eher heute als morgen beseitigt werden. "Die Radfahrer machen den Wald kaputt und vertreiben die Tiere", sagte er.

Denn die Sportler haben bis zu drei Meter hohe Wälle aufgeschüttet, Baumwurzeln freigelegt und mit Europaletten ein stehendes Gewässer überbrückt. Auf diese Weise ist ein als durchaus anspruchsvoll zu bezeichnender Rundkurs entstanden, der immer wieder erweitert und verändert wird. Müll in Form von Flaschen, Zigarrettenkippen oder Papier liegt dort nicht herum.

Auch Jäger Karl-August Niepenberg, zu dessen Jagdrevier das Wäldchen gehört, plädiert dafür, dass sich die Mountainbiker eine neue Strecke suchen. "Dieser Busch bietet Rehen auf der Flucht, zum Beispiel vor freilaufenden Hunden, eine Rückzugsmöglichkeit."

Doch so einfach lässt sich der Radparcours im Wäldchen nicht beseitigen. Denn das Gelände befindet sich - wie übrigens 70 Prozent des Waldgebiets in Nordrhein-Westfalen - in Privatbesitz. Noch steht aber nicht fest, wem genau das an den Golfplatz grenzende Gebiet gehört - entweder dem Golfclub Haan-Düsseltal oder der Hephata-Stiftung, die ganz in der Nähe auf Mettmanner Stadtgebiet den Benninghof betreibt.

Hermann Fröhlingsdorf, Fachgebietsleiter beim auch für den Kreis Mettmann zuständigen Forstamt Wipperführth, sagte am Dienstag auf WZ-Nachfrage: "Eigentümer ist die Hephata-Stiftung." Urlaubsbedingt habe der zuständige Förster aber noch keinen Kontakt zum zuständigen Mitarbeiter aufnehmen können.

Sonja Zeigerer, Sprecherin der Hephata-Stiftung konnte am Dienstag zunächst kein Licht ins Dunkel bringen. "Dafür müsste mein Kollege mit einer Flurkarte nach Mettmann fahren und das überprüfen", sagte sie. Sollte es sich bestätigen, dass das betreffende Wäldchen tatsächlich der Hephata gehört, könnte der Mountainbike-Parcours eine Zukunft haben. "Wir fänden das nicht so dramatisch", sagte Zeigerer. Wenn sich Jugendliche dort austoben würden, sei das doch eine gute Sache, findet sie.

Auch aus Sicht des Forstamtes muss die Strecke nicht unbedingt eingeebnet werden. "Dort wurden vor allem Lehmwälle angelegt", sagt Fröhlingsdorf. Das entsprechende forstwirtschaftlich zwar nicht der reinen Lehre, sei aber noch kein Grund für seine Behörde, dort einzuschreiten.

Tritt der Waldbesitzer mit dem Wunsch nach Beseitigung an das Forstamt heran, "treten wir als Dienstleister auf und beseitigen den Parcours. Der Eigentümer muss das dann bezahlen", erläutert Fröhlingsdorf.

Sollten die Mountainbiker ihren Rundkurs allerdings auf das Quellgebiet in dem kleinen Wald, in dem der Kamphauser Bach beziehungsweise der Kamphauser Graben entspringt, ausdehnen, müsste der Förster doch noch einschreiten. Fröhlingsdorf: "Das ist ein empfindliches Gebiet, das wir schützen müssen. Aber vielleicht sparen die Radfahrer es einfach aus."

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