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Gruiten: Sport - Kunstrasen statt Aschenplatz

Gruiten: Sport - Kunstrasen statt Aschenplatz

Ein Sportplatz an der Windfoche soll erst in rund zehn Jahren möglich sein. Bis dahin möchte der TSV Gruiten zumindest eine Sanierung des Platzes.

Gruiten. An der Zielsetzung des TSV Gruiten hat sich nichts geändert: Der Traditionsverein, der auf eine mehr als 125 Jahre lange Geschichte blicken kann, will nach wie vor an die Windfoche.

"Dass wir die Verlagerung des Sportplatzes nicht wollen, ist schlichtweg falsch", sagte am Donnerstag der erste Vorsitzende des TSV Gruiten, Jürgen Boes. "Aber natürlich käme es uns sehr entgegen, wenn wir hier in Kürze auf Kunstrasen spielen könnten."

Anlass für diese Richtigstellung seitens des Vereinsvorstandes ist das Engagement des Fördervereins Fußball e.V. Haan-Gruiten unter dem Vorsitz von Dieter Schauf, der sich seit kurzem für den Erhalt des jetzigen Sportplatz-Standortes sowie dessen Sanierung stark macht - allerdings ohne mit dem Vorstand des TSV Gruiten darüber gesprochen zu haben.

"Dieser Alleingang des Fördervereins hat uns nicht gefallen", sagt Jürgen Boes. Aber natürlich wolle der TSV Gruiten mit dem Förderverein an einem Strang ziehen. "Wir wären doch alles andere als schlau, wenn wir da nicht mitziehen würden."

Denn der Gruitener Verein sei nach wie vor für die Verlagerung, könne darauf aber nicht acht bis zehn Jahre warten. So lange wird es wohl dauern, bis an der Windfoche eine moderne Sportanlage stehen könnte. "Und wenn der Förderverein wie angekündigt 60 bis 70 Prozent der Kosten für einen Kunstrasenplatz aufbringen kann, wäre das für die Fußballabteilung eine schöne Sache."

Denn zurzeit fällt es dem Verein schwer, jugendlichen Nachwuchs zu werben. "Die wollen alle nicht auf Asche spielen", sagt Wilfried Schwabe, zweiter Vorsitzender des TSV Gruiten.

"Auch unsere Frauenmannschaft gibt es nicht mehr, weil die nicht mehr auf Asche spielen wollten." Regen Zulauf könne der Verein hingehen bei den Nachwuchskickern zwischen fünf und zehn Jahren verzeichnen, die auf dem hinteren Platz trainieren - der wurde im vergangenen Jahr mit einem Kunststoffbelag ausgestattet.

"Alle Fußballer wollen auf Kunstrasen spielen, egal, ob hier oder an der Windfoche", sagt Schwabe. "Herr Schauf glaubt, dass die Zuschauer lieber hier an den Platz kommen. Aber ob die Gäste vom Hasenhaus oder Gruiten-Mitte hierhin oder an die Windfoche kommen, ist gehüpft wie gesprungen."

Natürlich habe der Platz einen gewissen Charme, aber es gäbe eben auch zahlreiche Punkte, die für die Verlagerung sprechen würden, wie zum Beispiel die Beschwerden der Anwohner. "Wir wollen an der Windfoche neu durchstarten", sagt Boes. Denn neben dem Aschenplatz sei auch die Turnhallen nicht mehr zeitgemäß.

Inzwischen hat der TSV-Vorsitzende Kontakt zu Dieter Schauf aufgenommen hat. "Wir haben zwei Stunden miteinander gesprochen", sagt Boes.

Als stellvertretender Vorsitzender der SPD Gruiten will er in seinem Ortsverband und in der Ratsfraktion für die Sanierung des Platzes werben, um auf diese Weise seinem Verein einen Kunstrasenplatz zu ermöglichen. "Dessen Abschreibung dauert acht bis zehn Jahre", sagt Boes. "Es wäre doch super, wenn wir hier einen Kunstrasenplatz hätten, während die Verlagerung des Sportplatzes vorangetrieben wird."