Langenfeld : Musikschule sagt dem Länderstück ab

Die Gründerin der Studiobühne ärgert sich über den Rückzug der Musiker aus dem Projekt.

Ingrid Bembennek, Gründerin der Blinklichter und der Studiobühne, ist aufgebracht. Seit elf Jahren organisiert sie das Länderstück zu den Mottojahren der Stadt Langenfeld. Jetzt hat die Musikschule ihre Unterstützung abgesagt. „Das verstehe ich nicht. Nach so vielen Jahren“, sagt sie im Kulturausschuss. Ihre Empörung knallt wie ein Theaterdonner durch den Sitzungssaal. Ratlose Gesichter. Am Telefon habe man ihr nur kurz und knapp – „in weniger als fünf Minuten“ – mitgeteilt, dass die Musikschule sich nicht mehr engagieren wolle. Das gehe doch so nicht, sagt die Theaterfrau. Man hätte den Kulturausschuss informieren müssen.

Bürgermeister Frank Schneider hat wenig Beruhigendes zu sagen. Es seien zwei Lehrer der Musikschule bei ihm gewesen, die gesagt hätten, dass ihnen diese zusätzliche Arbeit zu viel sei. „Ich kann sie dazu nicht zwingen“, sagte Schneider. Das Engagement für das Länderprojekt sei freiwillig.

Der Erlös sei immer der Musikschule zugute gekommen

Bembennek ist angesichts dieser Erklärung empört. Elke Horbach (SPD), Vorsitzende des Ausschusses, will deeskalieren. Ob es nicht besser sei, das Thema im kleinen Kreis mit den Betroffenen zu besprechen? Doch Bembennek legt nach. Das zum Stück gehörende Catering habe sie über die Jahre ebenfalls mit vielen Ehrenamtlichen gestemmt. Der Erlös sei immer dem Förderverein der Musikschule zugute gekommen. Auch viele Politiker hätten geholfen.

Viermal ist das Länder-Stück alljährlich aufgeführt worden. Freitag war Premiere, samstags gab es eine Aufführung und sonntags zwei. Soll damit jetzt Schluss sein? „Ich kann es noch gar nicht glauben“, sagt Bembenneck. Sie will nun das im Ausschuss vereinbarte persönliche Gespräch mit den Beteiligten abwarten. Klar sei aber: „Ich möchte weitermachen.“ Lohnen würde es sich, ist Bembennek sicher. 550 Besucher hätten die Stücke im Schnitt gesehen. Sie sei bereit, auch für das Frankreichjahr wieder ein Stück zu schreiben, Schauspieler zu besorgen und ein Catering zu organisieren. Aber erst wolle sie eine (Er-)Klärung.

„Ein Termin wird in dieser Woche auf den Weg gebracht“, kündigt Bürgermeister Schneider dazu an, und gibt zu Bedenken, „dass die Entscheidung der Musikschule nicht aus dem Bauch oder aus einer Laune heraus getroffen wurde, sondern das Ergebnis einer mehrjährigen Entwicklung während der freiwilligen Zusammenarbeit war“. Selbstverständlich könne Ingrid Bembennek weiterhin freiwillige Musiker engagieren, um selbstständig die Aufführungen fortzusetzen: „Ich sehe keine Notwendigkeit, die Aufführungen aufzugeben.“

Die Musikschule sucht seit
dem Jahr 2016 Unterstützer

Die Musikschule hat die Vorstellungen mit Musikern und Helfern an den Aufführungstagen unterstützt. Bis 2015 hat dies der Förderverein der Musikschule übernommen, der sein personelles Engagement dann beendet hat. Seit 2016 habe die Musikschule über ausliegende Listen dazu aufgerufen, die Aufführungen zu unterstützen. „Die Bereitschaft dazu hat jedoch von Jahr zu Jahr abgenommen“, erläutert Schneider. Dazu gebe es Rückmeldungen, die jedoch nur im persönlichen Gespräch mit Ingrid Bembennek besprochen werden sollen. Barbara Aßmann (CDU), die selbst häufig persönlich beim Catering geholfen hat (“Ich konnte nach dem Spanienjahr keine Paella mehr sehen“) ist davon überzeugt, dass es sich nur um ein Missverständnis handeln könne.