Hilden: Die Begegnungsstätte zieht um

Ende Oktober beginnt die Arbeiterwohlfahrt mit dem Umzug zur Schulstraße 35.

Hilden. Die ersten Umzugskartons sind gepackt. Sie stehen griff- und abholbereit im Eingangsbereich. "Wir ziehen endlich um in die Schulstraße", prangt in großen Lettern auf einem Schild im Fenster. Mit etwa einem Jahr Verzögerung ist es bald so weit - die Tage der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Josef-Kremer-Haus an der Heiligenstraße 39 (Ecke Kolpingstraße) sind gezählt.

Die Vorleseaktion "Geister, Gespenster, Abenteuer" am 27. Oktober ist die letzte Veranstaltung an alter Wirkungsstätte. Tags darauf beginnt schon der Umzug. Der Vorsitzende der Awo, Werner Friese, und sein Team wollen sich bis zum 30. November Zeit nehmen, um das Unternehmen über die Bühne zu bringen.

Bereits Anfang September hatte der Übergabetermin zwischen der Stadt und dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt stattgefunden. Dabei wurden auch die Mietunterlagen für das neue Domizil übergeben. Zum Glück für die Mitglieder - und die Möbelpacker - liegt es nur wenige hundert Meter entfernt im ehemaligen Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde. Manches Utensil könnte also einfach mit der Sackkarre zur Schulstraße35 transportiert werden.

Dort herrscht zwar immer noch emsiges Treiben. Überall schwirren Bauarbeiter herum, ist lautes Bohren und Hämmern zu hören. Im hinteren Bereich steht auch noch das Baugerüst. "Aber die Räume im Vorderhaus sind bereits bezugsfertig. Lediglich hinten und an den Außenanlagen wird noch gearbeitet", sagt der Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft, Ralf Scheib. Er geht davon aus, dass auch dieser hintere Teil Ende Oktober, spätestens jedoch Mitte November, bezugsfertig ist.

Dort, im ehemaligen Gemeindesaal, kommen die drei zusätzlichen Gruppen der Kindertagesstätte "Die Arche" unter. Sie wird seit Anfang 2009 in städtischer Trägerschaft geführt und hat sich auf die Fahne geschrieben, die Betreuung der Unter-Dreijährigen weiter voranzutreiben.

Unterm Strich wird die Stadt der Umbau des Gemeindehauses rund zwei Millionen Euro kosten. Zusätzliche, nicht vorhersehbare Kosten fürs Dach und die Fundamente waren dafür verantwortlich, dass die ursprünglich veranschlagten 1,4 Millionen Euro nicht ausreichten.

Refinanziert werden soll das Ganze durch den Verkaufserlös des städtischen Grundstücks an der Ecke Heiligen-/Kolpingstraße. Die Waldner WohnungsbauGmbH aus Langenfeld-Richrath hatte erst kürzlich den Zuschlag erhalten und plant auf dem Filetgrundstück in der Innenstadt den Bau von insgesamt 19 Einfamilienhäusern.

"Über den Kaufpreis herrscht natürlich Stillschweigen", sagt Ralf Scheib. "Fest steht aber, dass der Antrag auf einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan eingereicht wurde und mittlerweile auch der Bebauungsplanbeschluss vorliegt." Der Amtsleiter rechnet damit, dass nach dem Abriss des Josef-Kremer-Hauses im Frühjahr 2011 mit dem Neubau begonnen werden kann.

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