Zu langweilig: Hildener wollen ihr neues Wappen nicht

Zu langweilig: Hildener wollen ihr neues Wappen nicht

Die Anwohner können sich mit dem neuen Logo für ihre Stadt nicht anfreunden. Es sei zu reduziert, zu blass.

Hilden. Rund 50 000 Euro hat die Stadt die Umsetzung des neuen Corporate Designs gekostet. „Hilden — die liebenswerte Familienstadt, die mit ihrem Großstadtangebot und ihren kurzen Wegen Leben und Arbeiten auf einzigartige Weise verbindet“, hatten die Marketingexperten der Uni Wuppertal formuliert und Hilden damit bescheinigt, wie vielfältig die Stadt ist.

Bestandteil des neuen Corporate Designs ist auch ein neues Logo, das in der vergangenen Woche von der Duisburger Werbeagentur Kaiserberg vorgestellt wurde — und das bei den Hildenern im Vergleich zum alten Stadtwappen nicht gerade positiv abschneidet.

„Es muss nicht immer alles geändert werden“, sagt beispielsweise Barbara Flöck. „Das alte Stadtwappen gehört einfach zu unserer langen Stadtgeschichte dazu.“ Ihr gefällt das neue, stilisierte Logo überhaupt nicht.

Es zeigt eine rote Burg über einer grünen Wiese. Dazwischen erinnert ein weißer Bogen an ein Autobahnschild (siehe Foto links). „Dieser Bogen auf dem Wappen könnte aber auch für die Itter stehen“, hatte Hermann Hacker, der Kreativleiter der Werbeagentur, bei der Präsentation gesagt.

Das findet auch Ingrid Herold. „Wenn schon derart reduziert — dann wäre ich für die Itter“, sagt die Hildenerin im WZ-Gespräch. Wie Barbara Flöck findet auch sie das neue Logo „zu vereinfacht“. Das alte Logo (Foto) mit dem Rad für die Weberei und der Sichel, dazu die Mauerkrone, sei einfach komplexer und passe viel eher. „Das neue Logo mag moderner sein“, sagt Ingrid Herold, „aber es ist keinesfalls schöner“.

„Das ist doch nichts anderes als ein Piktogramm“, sagt Andreas Müller und findet es „völlig unaussagekräftig“. An seinem Schlüsselbund baumelt ein Anhänger — mit dem Stadtwappen, wie man es bisher kennt. „Das ist viel schöner“, sagt er.

Auch im Internet, wo die WZ eine Online-Umfrage gestartet hat, geht die Tendenz in dieselbe Richtung. „Ich als gebürtiger Hildener hätte mir etwas mehr gewünscht als dieses eher langweilige Wappen“, schreibt Frank Marter aus Langenfeld. Er hätte sich ein „frischeres Wappen mit mehr Pepp“ gewünscht.

„Weg mit dem neuen Wappen“, findet auch Reinhard Darr und fragt: „Werden wir in den nächsten Jahren auch den Namen Hilden in einen anderen umbenennen?“ Für ihn sei das alte Wappen „das schönste in ganz Nordrhein-Westfalen“ gewesen. Ihn mache es traurig, dass immer alles erneuert oder modernisiert werden müsse.

Inge Böhm-Turczer gefällt das Logo. „Ich finde es gut“, schreibt sie. „Es strahlt eine gewisse Freundlichkeit aus.“ Das Einzige, was „verbesserungswürdig“ sei, seien die Farben. Für sie könnten sie „etwas kräftiger“ sein.

Derweil betont 1. Beigeordneter Norbert Danscheidt, dass man das alte Wappen keinesfalls verstoße, sondern beibehalte. Das Logo sei eine Ergänzung.

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