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Stadt sucht Wirt für die Aula Adlerstraße

Stadt sucht Wirt für die Aula Adlerstraße

Adnan Taylan bewirtet nicht länger die Besucher städtischer Veranstaltungen in der Aula Adlerstraße. Er hat den Vertrag gekündigt. Einen Nachfolger gibt es bislang nicht.

Haan. Mehr als 16 Jahre lang hat Adnan Taylan die Gäste in der Aula des Gymnasiums Adlerstraße bewirtet. „Ich habe alles gemacht“, sagt der Gastwirt und zählt auf: „Abibälle, Konzerte, Theatervorstellungen, Tanzabende.“

Egal, ob es 40 oder 400 Gäste zu bewirten galt, der Wirt, der auch die Gaststätte „Zur Brücke“ an der Dieker Straße gar nicht weit vom Gymnasium betreibt, hat sie mit Getränken und Essen versorgt. Jetzt hat Adnan Taylan den Vertrag über die Bewirtung im derzeit größten Veranstaltungssaal der Stadt gekündigt. „Aus persönlichen Gründen“, wie er auf WZ-Nachfrage sagt.

Dass Gäste von städtischen Veranstaltungen dennoch in den Genuss gekühlter Getränke und einem Imbiss kommen, dafür hat Adnan Taylan auch nach seiner Kündigung noch gesorgt. Er ist auf Bitten der Kulturamtsleiterin Sylvia Lantzen eingesprungen.

„Das kann ich nicht auch noch abdecken“, sagt sie. „Ich kümmere mich schon um die Gäste der Kammerkonzerte, besorge Wein und transportiere Gläser und Flaschen in die evangelische Kirche.“ Das organisiere sie ganz alleine. „Das geht ja auch nicht anders“, fügt sie hinzu.

Neben der Suche nach einem neuen Caterer für die Adlerstraße müssen aber auch baurechtliche Probleme gelöst werden. „Der bislang als Küche genutzte Raum steht aus bauordnungsrechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung“, hatte Sylvia Lantzen kürzlich dem Kulturausschuss mitgeteilt.

Denn obwohl dort auch ein Wasser- und Stromanschluss sowie ein Abfluss vorhanden sind, sei der Raum eigentlich ein Stuhllager. Auch die Überlegung, die mobile Theke aus dem Bürgerhaus in der Aula aufzubauen, ist laut Lantzen noch nicht genehmigungsfähig.

Denn in der Aula gilt ein von der Bauaufsichtsbehörde genehmigter Bestuhlungsplan, der sowohl Thekenbereiche als auch Rettungswege festschreibt. „Wird die Theke versetzt oder verlegt, könnte das die Rettungswege tangieren oder möglicherweise sogar versperren“, erläutert Ingrid Barenthien, Leiterin des Bauaufsichtsamts. Deshalb müsste für einen veränderten Thekenbereich ein entsprechender Antrag formuliert werden.

„Ich brauche keine Raumbestuhlung bis auf den letzten Platz“, sagt Lantzen. Geht es nach ihr, würde der Bestuhlungsplan einem veränderten Thekenbereich angepasst und neu genehmigt. „Wir brauchen dann aber auch jemanden, der die Verantwortung für die Theke, die Gastronomie übernimmt, der sich kümmert“, fordert Lantzen. „Ich muss mich ja darauf verlassen können, dass alles sauber ist, auch das Geschirr und die Gläser.“

Renate Köhler, Mitorganisatorin der Frühstückstreffen für Frauen, hat für das nächste Frühstück am 16. Juni in der Aula einen Caterer gefunden. „Aber wir müssen selbst Kaffee kochen und brauchen dafür auch eine entsprechende Möglichkeit“, sagt sie. Schließlich würden zwischen 60 und 100 Kannen gebraucht.