Gymnasium an der Adlerstraße will Europaschule

Gymnasium an der Adlerstraße will Europaschule

Das Gymnasium an der Adlerstraße will Europaschule werden und damit seine Schüler fit machen für das Leben und Arbeiten in der Staatengemeinschaft.

Haan. In der dritten Stunde stand am städtischen Gymnasium gestern fächerübergreifend das Unterrichtsfach Europa auf dem Stundenplan. Sogar im Physikunterricht, wie Physiklehrer Roland Stiebel erklärte: „Naturwissenschaften machen auch an Landesgrenzen nicht halt. Der Forscher Johannes Kepler hat in vier Ländern gewirkt.“ Anlass für die außergewöhnliche Schulstunde war der Start der Europawoche am Gymnasium, die Schulleiterin Friederike von Wiser gestern offiziell vor Schülern und Lehrern eröffnete.

Das städtische Gymnasium möchte Europaschule werden. Dafür setzen sich Schüler und Lehrer nun verstärkt mit diesem Thema auseinander, um im Herbst den Antrag bei der Arbeitsgemeinschaft Europaschulen in NRW (Argeus) einzureichen, die dem Ministerium für Schule und Weiterbildung angegliedert ist.

Frühestens im Frühjahr 2013 könnte dann das Zertifikat verliehen werden. Das Gymnasium wäre dann, nach dem Otto-Hahn-Gymnasium in Monheim, die zweite Schule im Kreis Mettmann mit dieser Auszeichnung.

„Für uns ist dieses Zertifikat sehr wichtig als Positionierung in der Schullandschaft“, sagte von Wiser. „Auch für die Schüler ist das positiv, weil das Gütesiegel auf den Zeugnissen steht und sie sich so gegenüber Mitbewerbern von anderen Schulen differenzieren können.“

Viele Kriterien, die die Argeus Bewerbern für das Zertifikat Europaschule vorgibt, erfüllt das Gymnasium bereits. So besteht seit Jahren ein Schüleraustausch mit Partnerschulen in Frankreich, Ungarn, Polen und Italien. Die Schüler haben die Möglichkeit ihre Sprachkenntnisse in Französisch und Englisch mit den internationalen Sprachzertifikaten Delf, Dalf und LCCIEB auszeichnen zu lassen. In der Sekundarstufe II wird das bilinguale Modul Englisch-Geschichte angeboten.

Nachbesserungsbedarf gebe es noch im Bereich des Auslandspraktikums, so die Schulleiterin. „Das Problem ist nicht, Unternehmen zu finden, in denen die Schüler ein Praktikum machen können, sondern die minderjährigen Jugendlichen unterzubringen“, sagte Lehrer Stiebel.

„Da stehen wir gerade in Gesprächen mit unseren Partnerschulen. Eine Möglichkeit wäre, die Schüler in den Gastfamilien unterzubringen, die sie schon vom Schüleraustausch kennen. Da sind wir aber optimistisch, dass das klappt.“ Auch Feste mit Europabezug stehen auf der Kriterienliste der Argeus.

Die Europawoche mit Vorträgen, Aktionen und einer Kunstausstellung der Kunst-AG werde dafür schon einmal ein gelungener Start sein, so von Wieser. Wenn das städtische Gymnasium Haan im Herbst alle Kriterien erfüllt, darf es sich für fünf Jahre den Beinamen „Europaschule“ geben.