Hildens Häuser sind rund 51 Jahre alt

Hilden : Ein Haus in der Itterstadt ist etwa 51 Jahre alt

Zwischen 2016 und 2018 wurden insgesamt 426 Neubau-Wohnungen in Hilden errichtet.

Die Wohngebäude in Hilden stammen im Schnitt rein rechnisch aus dem Jahr 1968. Im Kreis Mettmann sind die Häuser deutlich jünger und im Durchschnitt 48 Jahre alt. Das von der LBS ermittelte Gebäudealter basiert auf dem Median-Wert in Hilden aus dem Zensus 2011, aktuellere Daten liegen nicht vor. Das Alter der Wohnhäuser wurde auf das Jahr 2019 fortgeschrieben. Zwar werden Immobilien von ihren Besitzern meist schon deshalb in gutem Zustand gehalten, um den Wert zu sichern. Aktuell sieht LBS-Gebietsleiter Bert Christoffel aber den besonderen Trend, dass auch größere Modernisierungen in Angriff genommen werden, die auf die Senkung des Energieverbrauchs zielen: „Je weniger Zinsen es auf den Spargroschen gibt, desto mehr investieren die Menschen in ihr eigenes Zuhause oder eine vermietete Wohnung. Sie senken langfristig ihre Betriebskosten und schaffen so einen zusätzlichen Baustein für ihre Altersvorsorge.“

Besitzer der Häuser sehen
hohen Modernisierungsbedarf

Ein Fünftel der Selbstnutzer und fast ein Drittel der Vermieter sehen für ihre Immobilie derzeit hohen Modernisierungsbedarf. Das ergab die aktuelle Online-Umfrage „LBS Modernisierungstrends“, bei der mehr als 2000 Hausbesitzer in Nordrhein-Westfalen befragt wurden. „An erster Stelle steht dabei der Wunsch nach einem komfortablen Bad, gefolgt von der Erneuerung von Fenster und Türen sowie der Heizung“, so Christoffel. Das sei in der Regel mit überschaubarem Aufwand umzusetzen. Die Erfahrung des Immobilienexperten ist, dass aktuell das Interesse auch an größeren Maßnahmen steigt, wie zum Beispiel zur Dämmung des Gebäudes oder für einen barrierearmen Umbau.

„Spargeld verliert derzeit täglich an Wert. Mit der sogenannten Dämmrendite habe ich gleich mehrere Anlagealternativen: Meine Betriebskosten sinken dauerhaft, und der Wert der Immobilie steigt genauso wie der Wohnkomfort“, so Christoffel. Auch die künftige Vermietbarkeit einer Wohnung lasse sich damit deutlich verbessern.

Neben den günstigen Bauzinsen gibt es vielfältige staatliche Förderprogramme für die Modernisierung. Allerdings ergab die Umfrage hier Nachholbedarf in der Ausgestaltung: 30 Prozent der Eigentümer und sogar 58 Prozent der Vermieter empfinden die Anträge bisher als zu bürokratisch und umständlich. „Auf die Unterstützung verzichten sollte man dennoch nicht. Eine seriöse Finanzierungsberatung umfasst immer auch die Prüfung aller Zuschussmöglichkeiten“, empfiehlt Bert Christoffel.

In den vergangenen zwei Jahren (2016 bis 2018) wurden in Hilden 426 Neubau-Wohnungen fertiggestellt. Das geht aus einer Anfrage der Bürgeraktion im Stadtentwicklungsausschuss hervor. Die meisten davon im Jahr 2016 (243); 2017 wurden 105 und 2018 78 Wohnungen bezugsfertig. 359 dieser Wohnungen sind in Mehrfamilienhäusern. Ein- (57) und Zweifamilienhäuser (10) sind in der Minderheit. Das hat auch damit zu tun, dass Hilden bereits relativ dicht bebaut ist und Grundstücke deshalb rar und teurer sind. Wie viele dieser Wohnungen Eigentumswohnungen sind, konnte die Stadtverwaltung nicht beantworten. Das sei kein Gegenstand von Genehmigungsverfahren. Was die Verwaltung dagegen sagen kann: Von den zwischen 2016 und 2018 errichteten 426 Wohnungen wurden lediglich exakt 74 mit öffentlichen Fördermitteln als Sozialwohnungen finanziert.

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