Haaner Trödelmarkt am 1. Advent ist Tradition seit 1974

Haan : 100 Trödelstände laden zum Stöbern ein

Der winterliche Trödelmarkt auf dem Neuen Markt in Haan lockte viele Besucher an.

Eisiges Winterwetter, Reif auf Bäumen und Büschen, kalte Hände und Füße gehören einfach dazu, wenn der winterliche Trödelmarkt auf dem Neuen Markt und in der Fußgängerzone zum Bummeln einlädt. In diesem Jahr spielt auch wieder das Wetter mit. „Wenn es kalt und trocken ist, dann ist die Welt in Ordnung“, verkündet Teddy Henschke, Vorsitzender der Närrischen Zelle, die den Trödelmarkt am ersten Adventssonntag organisiert.

Dreimal so viele Stände
wie im vergangenen Jahr

So konnten die Besucher an rund 100 Ständen nach Schnäppchen Ausschau halten, während bei dem Regenwetter im vergangenen Jahr nur 30 Standbetreiber gekommen waren. „Wir haben dreimal so viele wie letztes Jahr“, freut sich Teddy Henschke. Der winterliche Trödelmarkt hat schon eine lange Tradition, die Teddy Henschke gerne erhalten möchte. „Ich würde gerne die 50 vollmachen“, sagt er. Doch so einfach ist das nicht. „Wir kämpfen gegen Windmühlen.“

Gemeint sind die anderen Trödelmärkte. „Die gibt es ja alle 14 Tage.“ Das macht sich vor allem bei der Zahl der Stände bemerkbar. „Früher hatten wir in guten Zeiten 400 Stände“, meint Teddy. Doch mit den 100 ist die Närrische Zelle auch zufrieden. Und die Besucher genießen es, in den alten Sachen zu stöbern.

Wie am Stand von Michael Wacker, der zusammen mit seinem Vater seit dem ersten Trödelmarkt dabei ist. „Wir haben die Sachen teilweise aus Haushaltsauflösungen von Bekannten“, erzählt Wacker, „oder es sind Sachen, die man selbst auf dem Trödel gekauft hat und dann doch nicht braucht.“ Von Anfang an spenden die Wackers den Erlös an die SOS-Kinderdörfer. „Ich habe damals einige Artikel gelesen und fand das eine gute Idee“, meint Michael. „Die machen gute Arbeit, weltweit.“ Seit bereits 44 Jahren ist Ellen Garlich dabei. „Am Anfang habe ich noch Mützen gestrickt“, erzählt sie. „Die gingen weg wie warme Semmeln.“ Nun ist sie mit ihren Keramikarbeiten vor Ort. Schüsseln, Kerzenständer, Tassen und Becher hat sie mitgebracht,

in warmen Farben hübsch glasiert, und ist bar erstaunt. „Ich habe schon fast alles verkauft“, freut sie sich. Viele Leute kämen bereits sehr früh an ihren Stand. „Das war wie ein Sturm über den Tisch“, meint sie lächelnd.

Wer so richtig durchgefroren war, konnte sich am Glühwein die Hände wärmen. Innerlich wärmt er ebenfalls. „Ich liebe diesen Trödelmarkt“, lobt Larissa Schulz. „Damit fängt für mich Weihnachten an. Besonders, wenn es so kalt ist. Die Stimmung hier ist einfach einzigartig.“

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