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In Hilden haben Polizisten am Bildungscampus Radfahrer überprüft

Hilden : Polizei legt Fahrrad vor Hildener Schule still

Beamte haben am Donnerstag radelnde Schüler am Campus Holterhöfchen kontrolliert.

Es ist noch dunkel, als die ersten Schüler mit ihrem Fahrrad am Helmholtz-Gymnasium eintreffen. Donnerstagmorgen, 7.30 Uhr – über Hilden hängen Regenwolken, es tröpfelt hin und wieder. „Halt, warte mal kurz“, ruft Silke Maaß einem Schüler hinterher. Der Polizeihauptkommissarin ist aufgefallen, dass sein Rücklicht nicht leuchtet. Der Schüler stoppt, schiebt sein Rad ein Stück zurück und lauscht den mahnenden Worten der Beamtin.

Bei den Kontrollen handelt es sich um eine Gemeinschaftsaktion der Kreispolizeibehörde Mettmann mit der Kreisverkehrswacht Mettmann und der Zweiradmechaniker-
Innung Mettmann. „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ heißt die Aktion, die am Donnerstag die Polizei gemeinsam mit Lehrern des Helmholtz-Gymnasiums (HGH), des Berufskollegs und der Marie-Colinet-Sekundarschule durchführt. Insgesamt kontrollieren die Beamten 369 Schüler, von denen 50 einen Brief nach Hause bekommen werden. „Wir füllen eine Mängelkarte aus, die wir dann an die Eltern schicken“, erklärt Silka Maaß. Auf ein Verwarngeld verzichten die Polizisten, ihnen geht es um die Sensibilisierung für das Thema. Am trüben Donnerstag zeigt sich eindrucksvoll, dass Radfahrer ohne Licht und Reflektoren auf der Straße kaum zu sehen sind. Autofahrer erkennen sie oft erst im letzten Moment.

Vinzenz besucht die elfte Klasse am Helmholtz-Gymnasium und ist mit seinem Mountain-Bike unterwegs. Das Rücklicht funktioniert nicht. Ein Polizist hält ihn an, erklärt ihm die Gefahr und füllt die Mängelkarte aus. „Ich hatte von der Aktion gehört. Und ich finde sie eigentlich gut“, sagt er. Sicherheit sei wichtig. Seine Eltern erhalten nun Post von der Polizei, Vinzenz muss das Rücklicht reparieren oder reparieren las

Polizei kooperiert bei der
Aktion mit Handwerkern

„Wir arbeiten mit Handwerksbetrieben zusammen, die für die Reparaturen lediglich die Materialkosten berechnen und die Arbeitsstunden erstatten“, erklärt Silke Maaß. In Hilden beteiligen sich zwei Fahrradhändler an der Aktion: Antritt-Radwerkstatt und Autmotec. Wer innerhalb einer Frist von eineinhalb Wochen die Mängel nicht nachweislich beseitigt, erhält einen Anruf der Polizei und eine freundliche Erinnerung.

„Mit der Aktion möchten wir über die Unfallfolgen durch nicht funktionstüchtige Beleuchtung am Fahrrad aufklären und die Verkehrssicherheit, gerade für jüngere Verkehrsteilnehmer, erhöhen“, erklärt Silka Maaß. „Neben der ordnungsgemäßen Beleuchtung des Fahrrads ist es außerdem wichtig, gerade in der Dunkelheit reflektierende Kleidung zu tragen, um somit noch besser wahrgenommen zu werden.“ Noch bis zum 15. Dezember kontrollieren die Beamten im ganzen Kreis vor Schulen. In Hilden haben die Polizisten vor zwei Wochen die Fahrräder der Schüler vom Schulzentrum an der Gerresheimer Straße unter die Lupe genommen.

Die Schulen haben die Aktion auf Plakaten angekündigt, „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ läuft außerdem schon im elften Jahr. „Die Schüler kannten zwar nicht den genauen Tag, aber dass die Polizei im November kontrolliert, war allen klar“, erklärt Bettina Bredlau, Englisch- sowie Religionslehrerin und darüber hinaus Mittelstufenkoordinatorin am Helmholtz-Gymnasium. Gemeinsam mit den Beamten steht sie seit 7.30 Uhr auf dem Campus. Nicht zum ersten Mal. „Ich finde die Aktion gut und wichtig. Und in den vergangenen Jahren hat sich die Situation auch leicht verbessert“, erklärt sie. Das liege einerseits an den technischen Möglichkeiten, die beispielsweise mit aufladbaren LED-Lampen immer komfortabler werden. Aber auch die Aktion mit der Polizei werde ihren Teil dazu betragen, sagt Bettina Bredlau. Fehlende Katzenaugen, eine kaputte Rückleuchte, ein leerer Akku der
LED-Lampe – die meisten Mängel können leicht behoben werden. Ein Fahrrad müssen die Beamten am allerdings stilllegen: Kein Licht, abgefahrene Reifen, keine Schutzbleche, nur eine Bremse, die dann auch nicht mehr bremst.