Expedition ins Molch-Revier

Umwelt-Experte Theo Malschützky hat Interessierte auf dem Fahrrad durch das Naturschutzgebiet Latumer Bruch geführt.

Krefeld. Es geht einen kleinen Pfad entlang. Brennesseln, die teils bis zur Brust reichen, und rutschiger Boden machen das Vorankommen mitunter zum Balanceakt. Immer wieder bleibt Theo Malschützky stehen, um Bewohner (Schnecken und Libellen) der Wald- und Gräserlandschaft zu schützen und aus dem Weg zu schaffen.

Im sorgfältigen Gänsemarsch folgen die Teilnehmer der Exkursion dem Experten der Unteren Landschaftsbehörde — während die Fahrräder am Wegesrand warten. Zur Führung in und um das Latumer Bruch sind rund 40 Neugierige gekommen.

Normalerweise ist das Betreten des Naturschutzgebiets abseits der Wege strengstens untersagt. Heute macht Malschützky eine Ausnahme. „Ich finde es wichtig, dass der Bürger einen tieferen Einblick in die Naturschutzgebiete bekommt und nicht nur einige Auserkorene. Schließlich stecken da auch Steuergelder drin“, sagt er. Seit 20 Jahren bietet er Führungen durch Krefelder Biotope an und informiert naturinteressierte Bürger über die Pflanzen- und Tierwelt.

Seit 2005 steht das Latumer Bruch, das sich über stolze 297 Hektar erstreckt, unter besonderem Schutz. Beim ersten Stopp, nach ein paar hundert Metern den Lohbruchweg entlang, erklärt Malschützky, warum das so ist. „Der größte einheimische Molch ist hier beheimatet.“ Gemeint ist der Kammmolch, die Amphibie kann bis zu 20 Zentimeter groß werden.

Auch der Ameisenbläuling fühlt sich in den feuchten Wiesen des Latumer Bruchs wohl. Malschützky erklärt die interessante Entwicklung des selten gewordenen Schmetterlings. „Es muss ein Bau der roten Ameisen und die Pflanze Großer Wiesenkopf vorhanden sein.“ An die Knospen von letzterem setzt das Weibchen ihre Eier. Diese dienen der entstehenden Raupe als Futter. Nach einiger Zeit lassen die Raupen sich fallen und von den Ameisen in deren Bau befördern. Im Bau pflegen die Ameisen die Schmetterlingslarven dann wie ihre eigenen. Wie die Schmetterlinge schließlich aus dem Bau schlüpfen, habe noch niemand beobachtet, berichtet der Experte. Da haben auch die Teilnehmer der Exkursion kein Glück. Darum steigen sie auch rasch wieder auf die Fahrräder — denn es gibt noch viel zu entdecken.