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In St.Cyriakus führen 14 Stationen zum modernen Glauben

In St.Cyriakus führen 14 Stationen zum modernen Glauben

Bis Mitte März regt eine Ausstellung in der Kirche Jugendliche zur intensiven Auseinandersetzung mit Gott und sich selbst an.

Krefeld. Die Jugendlichen schlendern durch die Pfarrkirche St. Cyriakus. An den 14 verschiedenen Stationen der Ausstellung „Wie geht Glauben?“ bleiben sie stehen und informieren sich. Es sind Mädchen und Jungen, die im Rahmen ihrer Firmvorbereitung dazu aufgerufen sind, mit anderen Augen auf sich selbst und ihr Leben zu sehen, Dinge zu hinterfragen und neue Erfahrungen zu sammeln.

„Die Ausstellung greift verschiedene Phänomene und Aspekte des Glaubens auf“, sagt Kaplan David Grüntjens. „Wir verzichten bewusst auf viel Text und möchten durch die Experimente Gefühl, Handeln und Denken gleichermaßen fordern.“ Birgit Grupp hat die Ausstellung nach Hüls geholt. Gemeinsam mit Ulle Steeger ist sie Firmkatechetin der Gruppe. Zu Beginn des Rundgangs darf sich jeder Jugendliche eine Murmel aussuchen. Sie soll sie durch die Stationen begleiten. Grupp: „In der Hand nimmt sie eure Wärme an. Sie kann aber auch etwas ins Rollen bringen. Der Glaube ist euch geschenkt. Ob ihr ihn annehmt, etwas daraus macht, oder ihn doch wieder vergesst, wie vielleicht die Murmel in der Tasche, das ist eure Sache.“ Manchmal denke man beim Griff in die Tasche plötzlich: „Da war doch was.“

Stelen befinden sich an den Kirchenbänken, die einfach nur ein Wort wie „Schönheit“, „Wahrheit“ oder „Zutrauen“ zeigen, dazu gibt es wenige, aber einprägsame Zeilen Text. „Freiheit“ steht an einem Tisch mit Obstkorb. „Greif zu!“, heißt es. „Eine Fülle steht dir zur Verfügung. Ob du zugreifst oder nicht, ist ganz alleine deine Entscheidung. Du entscheidest, was du magst.“ Das Spiegelkabinett reizt die Jugendlichen. Eine mannshohe Holzbox ist innen mit Spiegeln ausgeschlagen. Wer hineingeht, sieht sich — hell beleuchtet — plötzlich von allen Seiten. „Es ist komisch, ungewohnt“, erklärt Jan (16), nachdem er sie betreten hat. „Man sieht sich mit einem Blick von allen Seiten. Ich bin überall und sehe mich, wie die anderen auf einen gucken, auch von hinten oder der Seite. Ich bin ein wenig überfordert.“ Lisa (15) ergänzt: „Man weiß gar nicht, wo man hingucken soll.“

Weniger begeistert sind sie von einem anderen Experiment, das mit „Zutrauen“ überschrieben ist. Die Mädchen und Jungen sollen einen bemalten Tischtennisball von einem Flaschenhals schnipsen, ohne das Gefäß umzustoßen. „Oft musst du dich etwas trauen“, ist die Aufforderung. Der Kommentar der Jugendlichen: „Na ja.“ Dann geht es zu den Laptops: Eines zeigt Statements zum Thema „Glauben“, das andere „Magische Orte“.