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Tanz-Festival Move!: Ein Bild kraftstrotzender Energie und Eleganz

Tanz-Festival Move! : Ein Bild kraftstrotzender Energie und Eleganz

Mit einer dynamischen und poetischen Choreografie hat das italienische Ensemble „Le Supplici“ am Samstag das Tanz-Festival Move! eröffnet.

Krefeld. Einige Männer tanzen mit nacktem Oberkörper, andere sind mit Jacken und Kapuzen geheimnisvoll verhüllt. Teilweise wird barfuß getanzt, teilweise mit Schuhwerk, das dem Ballettschuh ähnelt. In einer dynamischen und kraftvollen Choreografie tauchen Figuren des klassischen Balletts auf.

Eine beeindruckende Compagnie aus Bologna bescherte dem Festival Move! am Samstag einen glänzenden Auftakt. Mit einem Schwerpunkt-Gastland richtet die Veranstaltung den Fokus auf die internationale Tanzszene. Diesmal ist es Italien. „Le Supplici“ heißt das von Fabrizio Favale 1999 gegründete Ensemble, das auf der Bühne der Fabrik Heeder seine Choreografie „Ossidiana“ zeigte.

Der Name des Stücks spielt auf den Obsidian, ein vulkanisches Gesteinsglas, an. Er wird zum Symbol für Veränderungen in der Natur, die im Tanz auf ungewöhnliche Weise sichtbar werden. Die einstündige Choreografie bestreiten acht Tänzer.

Zu den Ballettfiguren gehören exakt gestreckte Füße, Pirouetten und die elegante Führung der Arme. Das alles wird mit Elementen des modernen Tanzes wunderbar gemischt. Besonders wird das bei einem Tänzer sichtbar, der mehrmals sein Bein nahezu senkrecht in die Höhe streckt und von einem Partner dabei im Kreis geführt wird. Ein Bild kraftstrotzender Energie und Eleganz zugleich.

Immer wieder gibt es strenge Formationen, wie eine exakte Reihe, die in dynamische Einzel- und Gruppenaktionen auseinander fällt. Drehungen und Hebungen sind wiederkehrende Elemente und trotz der Körperkontakte wird deutlich, dass es nicht um menschliche Beziehungen geht. Für das abstrakte Thema verschiedener Gesteinsformen und deren Veränderungen findet Favale starke Bilder. Dazu gehören Lichtwechsel und der Einsatz der Nebelmaschine.

Geheimnisvoll und ein wenig bedrohlich wirkt die gesichtslose dunkle Gestalt, die einen Schlitten hinter sich herzieht und mit schweren Holzschuhen geht. Ein poetisches Bild gibt ein mit zarten blauen Glitzerketten geschmückter Tänzer, der mit ruhigen Schritten seine Position wechselt. Schließlich steht ein Tänzer als sichtbar gewordene Versteinerung in einem Lichtkegel. Die großartige, live gespielte elektronische Musik (Daniela Cattivelli) geht dazu in ein regenähnliches Rauschen über. Ein eindrucksvolles Schlussbild eines Abends, der mit begeistertem Applaus gefeiert wurde.

An seinem vierten Arbeitstag eröffnete OB Frank Meyer das 14. Krefelder Tanzfestival Move!. „Tanz ist kosmopolitisch und gerade in dieser Zeit sinnstiftend für unsere Gesellschaft“, so Meyer. Er wolle seine Wertschätzung für die Arbeit des Kulturbüros, das Move! seit 1994 organisiert, ausdrücken. Als eines der künstlerisch bedeutendsten Festivals der Tanzlandschaft NRW würdigte Hans Joachim Wagner von der Kunststiftung NRW Move!. Die Stiftung fördert seit mehr als zehn Jahren das Festival, auch 2016.