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Krefelds Prinzenpaar verspricht: Jetzt wird nicht nur der Bart bunt

Krefelds Prinzenpaar verspricht: Jetzt wird nicht nur der Bart bunt

Natürlich pünktlich zum Karnevalsauftakt wird am Samstag Krefelds Prinzenpaar inthronisiert. Die Session der Tollitäten wird auch eine politische.

Diesen Tag haben sich die beiden wie wohl kaum einen anderen herbeigesehnt. Die Zeichen beim Krefelder Prinzenpaar René I. Sellmer und Sabine II. Donner stehen längst auf Karneval. René hält den brandneuen Sessions-Orden in der Hand, „den vor der WZ noch keiner gesehen hat“, wie er beteuert und frisiert seine Prinzessin und Lebensgefährtin. Am Samstag ist das offizielle Datum endlich erreicht: Am 11.11. startet Krefeld in seine fünfte Jahreszeit. Und so wie es aussieht wird es eine bunte Session. Die WZ sprach mit seiner Tollität und ihrer Lieblichkeit, einem sympathischen Paar, das sich auf die kommende Zeit sichtlich freut.

Werden Sie heute, bei dem angekündigten Wetter, mit regendichter Kopfbedeckung und Taucherbrille zur Inthronisierung kommen?

René I.: Nein, wir feiern ja drinnen. Wir haben bei unserer Wallfahrt nach Kevelaer übrigens gebetet, dass es Rosenmontag schön wird. Das klappt jetzt.

Schlägt das Herz schon wie das Trömmelche, im Hinblick auf die nächsten Wochen?

René I.: Natürlich, volle Pulle.

Sabine II.: Bei mir auch. Wir hatten ja schon Termine, wie den Regimentsappell im Stadtwaldhaus. Jetzt werde ich für die Sitzungen der Klosterbrüder und Grönländer frisiert.

Es ist doch praktisch, einen Friseur zum Prinzen zu haben, das spart Geld.

Sabine II.: Ja, da lohnt es sich, Prinzessin zu werden. So oft wie jetzt war ich auch noch nie hier im Salon meines Freundes. Ich äußere meinen Wunsch wie heute, eine Hochsteckfrisur mit Perlen, und er entscheidet.

René I.: Bei mir bezahlen die Prinzessinnen nie etwas (lacht). Ich habe schon die vergangenen fünf Lieblichkeiten frisiert.

Es scheint nicht nur die Frisur zu sitzen: Haben Sie das grüne Kleid beim Appell passend zur Farbe der Prinzengarde gewählt?

Sabine II.: Ja. Wir beabsichtigen, mit unserer Kleidung den Farben der Garden gerecht zu werden.

René I.: Ich werde natürlich Kappe, Kette und Umhang tragen. Drunter wird der Anzug bunter — in Regenbogenfarben oder in Pink. Nach der Proklamation ist das dann anders und ganz klassisch.

Was tun Sie, damit die närrische Gemeinde mehr von Ihnen in Erinnerung behält, als den grünen Bart?

René I.: Wir werden auf jeden Fall Akzente setzen und nicht nur flache, nichtssagende Sprüche von uns geben. Wir sind nicht unpolitisch, wollen den Bekloppten den Spiegel vorhalten, den Herren in Amerika und Nordkorea.

Sie haben mit „Fasteloevend first“ ein politisches Sessionsmotto gewählt.

René I.: Das bezieht sich natürlich auf Amerika. Wenn ich sehe, was Trump täglich twittert. Er äußert sich zu allem, wahrscheinlich würde er auch unsere Session kommentieren, wenn er davon wüsste.

Sie haben, als Sie vorgestellt wurden, gelbschwarze Krefeld-Kleidung getragen und dazu den grünen Bart. . .

Sabine II.: Wir hatten keine Vorahnung von „Jamaika“.

Sie sind bei den Rosa Jecken aktiv, die müssen in diesem Jahr bei der Karnevalssitzung wohl auf Sie verzichten?

René I.: Dieses Jahr ist das so. Wenn wir sie im Stadtwaldhaus besuchen, planen wir etwas Besonderes.

Wie geht die anstrengende Session mit ihrem Salon „Emma“ zusammen?

René I.: Wir arbeiten jetzt stramm durch, von zehn bis zwölf Uhr. Es wird wohl eine harte Zeit. Danach haben wir beide Urlaub.