Session gestartet: „In Oeding is emmer wat loss“

Session gestartet: „In Oeding is emmer wat loss“

Neuer Karnevalsprinz proklamiert: Seine Tollität Raimund II. ist ein alter Bekannter — er war schon mal Uerdinger Karnevalsprinz.

Die Stimmung im Uerdinger Rathaus ist bei der Proklamation des neuen Prinzenpaares auf Anhieb so klasse, als wäre seit der vergangenen Session keine Zeit vergangen. Und das schon am Samstag um 10.11 Uhr. Manfred Weyers bringt als Präsident des Karnevalszug-Vereins die närrische Gemeinde in Schwung. Sie sieht einen vor Rührung stummen Prinzen Raimund II. Dollbaum am Mikrofon, der mit Lieblichkeit Klaudia I. Bink laut Sessionsmotto dann verspricht: „Ob kleen ob groot, in Oeding is emmer wat loss“.

Foto: Andreas Bischof

Dass Raimund II. in die Karnevalsgeschichte der Rheinstadt eingehen wird, ist klar, denn er ist sein eigener Nachfolger, ist bereits einmal in die Prinzenrolle geschlüpft. Die erste närrische Regentschaft fand 2009/2010 statt. Mit seiner jetzigen Partnerin — die er dem Vernehmen nach — bald heiraten möchte, heißt es: „Zweimal Prinz zu sein.“ Er erklärt: Auch wenn man weiß, was passiert, ist man immer aufgeregt. Es wird eine schöne Zeit mit dem Publikum am Tulpensonntag am Straßenrand.“ Bezirksvorsteher Jürgen Hengst, der das Paar gemeinsam mit Bürgermeisterin Karin Meincke proklamiert, erinnert in seiner Rede an eine andere „Wiederholungstat“. Hengst: „Beim Rumble in the Jungle, 1974 im früheren Kinshasa, zwischen den US-amerikanischen Schwergewichtsboxern George Foreman und Muhammad Ali, siegte Ali in der 8. Runde durch K. O. und wurde damit erneut unumstrittener Boxweltmeister.“

Meincke dankt den neuen närrischen Regenten für ihr karnevalistisches Engagement, wünscht ihnen eine tolle Session und viel Spaß mit und bei der närrischen Fangemeinde. Seite Tollität und Ihre Lieblichkeit treten dann auf den Balkon, um sich vom närrischen Volk huldigen zu lassen. Unten stehen die Bürger, die bunt gekleideten Garden und der Uerdinger Spielmannszug.

Dann geht es ins Zelt, wo ein buntes Programm auf die karnevalistischen Bürger wartet. Sie erleben Livemusik und unter anderem den ersten Auftritt des Teenie-Tanzkorps der GKG Krefeld 1878. Dort wird auch der neunjährige Kinderprinz Manuel II. Nwancha - sein Vater kommt aus Kamerun — inthronisiert. Weyers: „Eine Prinzessin ist nicht an seiner Seite. Dafür hat er zwei Paginnen.“ Als Manuel seine Vorgänger Brian I. und Victoria I. beim Tulpensonntag sah, wollte er auch Prinz werden.

Apropos Ex-Prinzen: Zuvor wird das scheidende Paar Bernd I. und Angela I. mit riesigem Applaus und Blumenstrauß verabschiedet. „Ich wünsche unseren Nachfolgern genauso schönes Wetter, wie wir es hatten. Heute weint der Himmel ein wenig, weil ich meine Kappe abgeben muss“, sagt der Ex-Prinz. Bei der Verabschiedung ins bürgerliche Leben, erhält er als Ersatz einen grauen Zylinder.

Mehr von Westdeutsche Zeitung