Der digitale Bauhaus-Guide kommt

Der digitale Bauhaus-Guide kommt

NRW-Stiftung fördert das Projekt mit 35 000 Euro. Infos, Karten und Führungen sollen online abrufbar sein.

Fast auf den Tag genau, ein Jahr vor der geplanten Eröffnung des Pavillons zum Bauhaus-Jubiläum am 7. April 2019 im Kaiserpark, hat die NRW-Stiftung jetzt ihr Geldsäckel geöffnet. Gestern übergab Vorstandsmitglied Franz-Josef Lersch-Mense eine Urkunde für einen Zuschuss von bis zu 35 000 Euro. „Das Geld wird für einen digitalen Architekturführer verwendet“, erklären Christiane Lange, Vorsitzende des Vereins „Projekt MIK“, und Rolf Schlue, ebenfalls von MIK — was Mies van der Rohe in Krefeld — bedeutet.

Christiane Lange, Vorsitzende des Vereins „Projekt MIK“

„Gemütlich zu Hause auf der Couch liegen und auf dem Tablet eine Wanderung durch die Geschichte der Seidenindustrie unternehmen, so kann ich mir diesen Guide vorstellen“, sagt Lange. „Mit Unterstützung der NRW-Stiftung wird anhand von Gebäuden, Plätzen und Anlagen die Geschichte der ehemaligen Seidenstadt beleuchtet.“

Den Anfang machten dabei - passend zum Jubiläumsjahr — die Architekturgeschichte und die Phase des Bauhauses bis 1960. Sozial- und Industriegeschichte würden folgen, berichtet sie weiter. „Viele Hintergrundinformationen, interaktive Karten und Führungen werden online abrufbar sein.“ Es wird an einer Website gearbeitet, die für alle offen und zugänglich ist.

Mit dem Smart- oder I-Phone in der Hand lassen sich die Wege zu prominenten Plätzen und Orten auch direkt erkunden. Lange: „Wir möchten mit diesem Architektur-Guide ein jüngeres Publikum ansprechen.“ Genug zu entdecken gebe es in Krefeld. „1919 in Weimar gegründet, strahlte die legendäre Kunstschule auch bis an den Niederrhein. In Krefeld baute Mies van der Rohe die bekannten Fabrikantenvillen Haus Lange und Haus Esters, aber auch das sogenannte ,Färberei- und HE-Gebäude‘ der ehemaligen Vereinigten Seidenwebereien.“

HE steht für Herrenfutterstoffe der früheren Verseidag. Und im Treppenhaus des denkmalgeschützten HE-Gebäudes im Mies-van-der-Rohe-Buisness-Parks fand gestern die Übergabe statt. Lersch-Mense sprach von Krefeld als „der Bauhaus-Stadt in NRW“ und stellte die Einzigartigkeit dieses Führers, von „map 2019“, heraus. Kein vergleichbares Projekt bringe die Bauhaus-Spuren in Krefeld ans Tageslicht und verbinde sie sinnvoll mit weiterführenden Informationen zur Stadtgeschichte, sagte er. Der Guide sei zeitgemäß und für alle flexibel nutzbar. In der Urkunde wird das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder von „Projkt MIK“ gewürdigt. „Es trägt entscheidend dazu bei, die Schönheit und Vielfalt unseres Landes zu erhalten. Wir freuen uns, gemeinsam mit Ihnen die Ziele der NRW-Stiftung zu verwirklichen und Sie bei Ihrer Arbeit unterstützen zu können.“

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