NRW: Hitze: So groß ist die Waldbrandgefahr in NRW

NRW : Hitze: So groß ist die Waldbrandgefahr in NRW

Düsseldorf. Seit Tagen herrschen Hitze und Trockenheit in NRW. Wälder und Felder sind ausgetrocknet. Das birgt eine ernste und wachsende Gefahr — schon ein Funke reicht, um Brände auszulösen.

So hatte die Feuerwehr Düsseldorf am Dienstag gleich mit zwei Bränden am Lohausener Deich zu tun. Zwar konnten das Feuer schnell gelöscht werden - dennoch ist das Risiko eines Flächenbrandes nicht zu unterschätzen, bestätigt ein Feuerwehrsprecher auf Nachfrage unserer Redaktion. Bereits 23 Mal mussten die Beamten aus Düsseldorf seit Anfang Juni ausrücken, um so genannte Bodenfeuer zu bekämpfen. Stadt und Forstamt warnen ausdrücklich vor erhöhter Waldbrandgefahr — die Stufe vier von fünf ist in Teilen NRWs bereits erreicht.

Weitere Fälle hat es im Kreis Neuss und Viersen gegeben: Erntearbeiten in Viersen wurden am Montagnachmittag von einem Brand unterbrochen. Das Getreidefeld an der A61 bei der stand in Flammen — ähnlich wie in Grefrath, wo ein Kornfeld samt Mähdrescher niederbrannte.

Waldbrandgefahrenindex (WBI), Stand 18.07.2018, 11 Uhr - Die Wetterkarte wird einmal am Tag vom Deutschen Wetterdienst aktualiesiert. Hier geht es zur Originalkarte.

Besondere Vorsicht ist in den Wäldern der Region geboten. Feuer entzünden oder Grillen ist hier komplett verboten. Auch eine unachtsam weggeworfene Zigarette kann zum Verhängnis werden.

Neben der Waldbrandgefahr warnt der Deutsche Wetterdienst zudem vor trockenen Grasflächen - beispielsweise in Parks oder auf Getreide- und Stoppelfeldern. Hier gilt fast im ganzen Bundesland ebenfalls die zweithöchste Warnstufe - und das noch für mindestens zwei Tage. Ein Tipp des Deutschen Feuerwehrverbandes: Niemals Fahrzeuge mit heißen Abgasanlagen an solchen Orten abstellen — ausgetrocknete Pflanzen können sich entzünden.

Die Stadt Moers hat auf die Situation reagiert und das Grillen in Parks und öffentlichen Grünanlagen verboten. Das teilt die Stadt auf ihrer Internetseite mit. Die Rasenflächen seien derzeit extrem trocken, und die Gefahr eines offenen Feuers bei der derzeitigen Wetterlage zu groß, so Thorsten Kamp, ein Sprecher der Stadt. Das Ordnungsamt kontrolliert das Verbot, appelliert aber auch an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen.

Nicht nur mögliche Feuer sind ein Problem des heißen Sommers. Sträucher, Büsche und Bäume leiden unter dem Regenmangel — darum bittet zum Beispiel die Stadt Krefeld um die Mithilfe der Bürger: Gießen ist hier das Stichwort. Jeder Eimer Wasser zähle. Denn selbst tiefer wurzelnde Bäume bekommen langsam Probleme, heißt es seitens der Stadt.

Die Aussichten für die nächsten Tage? Es bleibt heiß und trocken, bestätigt uns ein Sprecher des DWD. Vereinzelte Schauer könne es zwar Freitagnachmittag geben, aber die reichen nicht aus um die Brandgefahr einzudämmen. Nächste Woche wird das Thermometer häufig die 30 Grad-Marke knacken und somit die Situation erneut verschärfen, erklärt der DWD-Sprecher. Erst Mitte nächster Woche wird sich die Lage entspannen — mindestens eine Woche müssen wir also weiter mit Hitze und Trockenheit umgehen.

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