Wie Couchsurfer die Welt und Düsseldorf entdecken

Reisen : Wie Couchsurfer die Welt und Düsseldorf entdecken

Bei der Gastgeberin Maria Rumplash hat es dem Kanadier Corey Bussey so gut gefallen, dass er jetzt noch einmal an den Rhein gekommen ist.

„Als Student hatte ich nicht so viel Geld, dass ich mir eine Reise nach Europa hätte leisten können, deshalb habe ich nur kleine Trips gemacht“, sagt Corey Bussey. Das war vor rund fünf Jahren. Der Kanadier wollte aber unbedingt nach London, Amsterdam oder Berlin – eben überall dorthin, wo es für den kleinen Geldbeutel schnell knapp werden kann. „Zu der Zeit gab es noch kein Airbnb“, so Bussey. Durch Zufall hörte er von einem Trend, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut, das so genannte Couch-Surfing.

Die Idee dahinter wurde 2004 geboren, als ein 25-jähriger US-Amerikaner in Irland nach einer kostenlosen Übernachtungsmöglichkeit suchte und dafür eine Anfrage an ein Studentennetzwerk schickte. In kürzester Zeit bekam er unzählige Angebote, für eine Nacht auf dem Sofa schlafen zu können. Zurück in den USA gründete er daraufhin die Online-Plattform www.couchsurfing.com, um unkompliziert eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit bei Einheimischen weltweit finden zu können. Zunächst noch ein Geheimtipp unter Globetrottern, entwickelte sich das Portal bald zu einem weltweiten Netzwerk mit Millionen von angemeldeten Nutzern, die von der Sharing-Economy, also der Idee, des Teilens statt bloßen Konsumierens, begeistert waren. Anbieter stellen ihr Sofa einem Gast für einige Tage zur Verfügung und können ihrerseits ebenfalls auf diese Möglichkeit zurückgreifen.

Auch mit vielen Tipps werden Couchsurfer ausgestattet

Nicht nur Corey Bussey meldete sich an, sondern auch Maria Rumplash. Die Düsseldorferin plante einen Studienaufenthalt in Australien. „Die Preise in Down Under sind allerdings sehr hoch und es war nicht gerade leicht, etwas Bezahlbares von Deutschland aus zu finden“, erinnert sich Rumplash. Online fand die 32-jährige dann genau das, wonach sie gesucht hatte. „Für ein paar Tage bei einem Einheimischen wohnen zu können, war sehr hilfreich“, resümiert sie. Denn der habe ihr viele gute Tipps geben können, nicht nur was die Wohnungssuche, sondern auch was Shopping, Essengehen und kulturelle Angebote anging.

„Man lernt auf diese Weise viele interessante Menschen kennen und erfährt weit mehr über die Stadt oder das Land, als man es in einem Hotel könnte“, ist Bussey überzeugt.

Ist es nicht ein Risiko, einem völlig fremden Menschen seine Wohnung zu öffnen? „Man muss sich ja auf der Onlineplattform registrieren“, meint Bussey. „Natürlich kommt es auch schon einmal vor, dass die Chemie zwischen Gast und Anbieter nicht so stimmt“, räumt Rumplash ein. Das könnte ganz unterschiedliche Gründe haben. „Manchmal möchte jemand wirklich nur für ein oder zwei Tage irgendwo schlafen können, andere möchten aber auch gerne, dass der Gastgeber ihnen die Stadt zeigt“, weiß Rumplash, die öfter Couchsurfer aufnimmt. Bussey hat sie auch auf diese Weise kennen gelernt. Dem Kanadier gefiel es in Düsseldorf so gut, dass er nach zwei Jahren gleich wieder an den Rhein wollte, als Zwischenstopp vor der Weiterreise nach London „Klar, dass ich erstmal bei Rumplash nachgefragt habe, ob ich bei ihr unterkommen kann“, gibt der 34-jährige augenzwinkernd zu. „Es ist ja auch schön, wenn man sich schon etwas kennt“, meint sie.

Die beiden waren gerade in der Stadt unterwegs und wollen am Abend zur Rheinpromenade. Auf diese Weise hat Bussey schon Argentinien bereist. „Manchmal ist es auch schwer, einen Platz zu finden“, meint er. Dann müsse man flexibel sein und dürfe nicht zu sehr an seinen Reiseplänen festkleben.

Die Übernachtungsangebote sind zwar immer kostenlos, aber sowohl Bussey als auch Rumplash finden, dass die Couchsurfer trotzdem nicht mit leeren Händen kommen sollten. „Ein kleines Gastgeschenk erhält die Freundschaft“, ist Rumplash überzeugt und Bussey ergänzt: „Ich reise immer mit leichtem Gepäck. Aber sobald ich wieder zu Hause in Vancouver bin, schicke ich meinen Gastgebern immer eine Flasche guten Ahornsirup als Dankeschön.“