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SPD will ehemaligen Hochschul-Campus in Düsseldorf verwandeln

Partei sieht Wohnungen und Geschäfte vor : SPD will ehemaligen Hochschul-Campus in Düsseldorf verwandeln

Auf dem Hochschulareal sind bislang nur Verwaltungsgebäude und die Musik-Hochschule geplant. Die SPD möchte dort auch Wohnungen und Geschäfte schaffen.

Vor gut zwei Jahren ist die Hochschule Düsseldorf (HSD) komplett auf einen neuen Campus in Derendorf umgezogen. In den kommenden Wochen wird der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NordrheinWestfalen (BLB NRW) der Landesregierung vorschlagen, wie das ehemalige Hochschulgelände zwischen der Josef-Gockeln-Straße und den Kennedydamm genutzt werden soll. Bislang ist geplant, auf dem 48 000 Quadratmeter großen Areal unter anderem ein Hochhaus mit einer Höhe von bis zu 100 Metern, Verwaltungs- und Bürogebäude und zusätzliche Räume für die Robert-Schumann-Hochschule (RSH) zu schaffen.

Die Sozialdemokraten in Düsseldorf lehnen dieses Konzept aber ab. Sie wollen den ehemaligen Campus mit Leben füllen und dort auch Wohnbebauung ermöglichen. Kritisiert wird besonders, dass dort eine neu entstandene Behörde des Landesamtes für Finanzen NRW, die vor kurzem die „Sicherung des Unterhalts für die Kinder Alleinstehender“ von den Kommunen übernommen hat, einen Platz erhalten soll. „Das ist Blödsinn, denn dieses neue Amt kann an jeder anderen Stelle in NRW errichtet werden und könnte dabei gleichzeitig noch einen strukturschwachen Raum aufwerten“, sagt Landtagsabgeordneter Markus Herbert Weske (SPD).

Die SPD könnte sich stattdessen unter anderem Wohnungen für Azubis und Studierende vorstellen. Im Erdgeschoss der Wohnhäuser soll es Möglichkeiten für Nahversorgung und Gastronomie geben und die bisherigen Nutzer des ehemaligen Campus, wie die Kita, das Theaterlabor und die Volkshochschule, sollen bei den Planungen eingebunden und berücksichtigt werden. „Der Standort wäre auch gut für eine Gesamtschule geeignet. Dabei könnten Synergieeffekte zwischen der Musik-Hochschule und der Gesamtschule entstehen“, sagt Weske.

Die SPD schlägt zudem vor, dass die Bezirksregierung mit ihren rund 1900 Beschäftigten Verwaltungsgebäude auf dem ehemaligen Hochschulgelände erhält und damit der jetzige Hauptsitz an der Cecilienallee eine neue Aufgabe bekommen kann. „Nach über 100 Jahren kann dann der Regierungssitz mit dem Schlösschen endlich so genutzt werden, dass dieses historische Gebäude mit dem Plenarsaal einem öffentlichen Zweck zugeführt wird und zukünftig die Bürger es aufsuchen, besuchen oder besichtigen können“, heißt es in einem Positionspapier der SPD.

Diese könnte sich außerdem vorstellen, dann dort das Standesamt unterzubringen. Die bisherigen Räumlichkeiten an der Inselstraße würden an ihre Grenzen stoßen und mit einem Standortwechsel könnten auch die Probleme rund um die privaten Heiratszeremonien gelöst werden. Über ihre Vorschläge will die SPD-Ratsfraktion nun mit der Stadtverwaltung sprechen.