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Corona in NRW: Größere private Treffen erlaubt? SPD kritisiert Verordnung

Sondersitzung beantragt : Größere private Treffen in NRW erlaubt? SPD kritisiert Corona-Verordnung

Die SPD-Opposition hat für kommende Woche eine Sondersitzung des NRW-Landtags zur neuen Corona-Schutzverordnung des Landes beantragt. Es geht um die Umsetzung der Kontaktbeschränkungen.

SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty warf Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag Wortbruch bei der Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse zum verschärften Lockdown vor. Laschet habe versprochen, diese „eins zu eins“ umzusetzen. Die jetzt veröffentlichte NRW-Landesverordnung weiche aber davon ab.

So bezögen sich die vereinbarten Kontaktbeschränkungen in der NRW-Verordnung ausdrücklich nur auf Treffen im öffentlichen Raum, nicht aber auf den privaten Bereich. Wohnungen seien nur von Partys ausgenommen. Ohne jede Personenbeschränkungen seien aber andere Zusammenkünfte in den eigenen vier Wänden erlaubt. „Das ist ein Schlupfloch, das hier bewusst oder grob fahrlässig offen gelassen worden ist“, sagte Kutschaty. „Nordrhein-Westfalen erlaubt also Diskussionsabende, Essenseinladungen und Kaffeekränzchen ohne Personenbegrenzung.“

Zudem sei die 15-Kilometer-Regel in extremen Corona-Hotspots gar nicht in der neuen Verordnung zu finden. Er habe erhebliche rechtliche Zweifel daran, dass betroffene Kommunen und Kreise bei hohen Inzidenzwerten selbstständig Beschränkungen der Bewegungsfreiheit regeln dürften.

Die Sondersitzung des Landtags sei aber auch wegen des „traurigen Rekordstands“ an Todesfällen in Zusammenhang mit dem Coronavirus notwendig, sagte Kutschaty. Die Zahl der bundesweiten Neuinfektionen sei ebenfalls auf einem Höchstniveau. Die Lage auf den Intensivstationen spitze sich zu. Dabei seien sich die Fachleute einig, dass sich noch nicht einmal alle Auswirkungen der Weihnachts- und Silvesterbesuche in den jetzigen Fallzahlen niedergeschlagen hätten.

(dpa)