Düsseldorf: Schiffe kollidieren auf dem Rhein - elf Passagiere verletzt

Düsseldorf: Schiffe kollidieren auf dem Rhein - elf Passagiere verletzt

Ein Frachter kam am Montag auf dem Rhein durch einen Defekt vom Kurs ab und krachte in ein Passagierschiff.

Düsseldorf. Großer Schreck am Montagmorgen für 180 Passagiere auf dem Passagierschiff „Astrid“: Etwa auf der Höhe der Messe wird das Schiff plötzlich erschüttert, viele Menschen stürzen, Glas und Porzellan scheppert und klirrt, auch Fernseher krachen auf den Boden. Drei Menschen müssen mit Verdacht auf Knochenbrüche ins Krankenhaus, acht weitere kommen mit Prellungen und Schürfungen davon.

Bei der Kollision sind zwei Menschen leicht verletzt worden. Foto: David Young/dpa

Der Grund für die Erschütterung: eine Frontalkollision mit einem Güterschiff. Gegen 10.20 Uhr hatte der Frachter offenbar einen technischen Defekt und kam deshalb plötzlich vom Kurs ab.

Rettungskräfte führen Passagiere von Bord des Fahrgastschiffes. Foto: David Young/dpa

Laut der ersten Rekonstruktion der Wasserschutzpolizei ist bei dem Frachter das so genannte Bugstrahlruder ausgefallen. So hat es zumindest der Kapitän des Schiffes dargestellt. Dabei handelt es sich um ein zusätzliches Ruder im vorderen Bereich, das mit einem Wasserstrahl Kurvenfahrten unterstützt. Durch den plötzlichen Ausfall brach vorn der Bug zur Seite aus und steuerte genau auf das Passagierschiff zu. So bestätigten es auch Augenzeugen im Gespräch mit dieser Zeitung.

Glück im Unglück: Ein weiterer Frachter passierte die Stelle unmittelbar nach der Kollision und wurde von dem abgelenkten Güterschiff nur sehr knapp verfehlt. An Bord des Passagierschiffes waren rund 180 Gäste, sie befanden sich auf einer Reise von Amsterdam nach Basel. Ob und wann die Reise für sie weitergehen würden, war am Montag zunächst unklar.

Beiden Schiffen wurde zunächst die Weiterfahrt untersagt, Experten nahmen sie am Nachmittag in Augenschein, um zu prüfen, ob sie noch fahrtüchtig sind. Bei „Astrid“ war die Bugspitze deutlich eingedrückt. Der Frachter hatte wahrscheinlich sogar ein Leck im vorderen Bereich. Unfälle dieser Art sind laut der Wasserschutzpolizei ziemlich selten.