Düsseldorf: Polizeiprojekt „Casablanca“: 1269 neue Taten registriert

Düsseldorf : Polizeiprojekt „Casablanca“: 1269 neue Taten registriert

Polizeiprojekt ist am Donnerstag Thema im Innenausschuss — mit neuen Zahlen.

Düsseldorf. Gerade erst haben in der WZ Anlieger des Viertels „Klein-Marokko" und die Polizei bestätigt, dass der Frieden dort weitgehend wieder hergestellt ist — nachdem die Gegend um die Ellerstraße durch kriminelle Gruppen und Razzien erschüttert worden war. Doch jetzt dürfte ein Bericht von Innenminister Ralf Jäger die Diskussion um nordafrikanische Tatverdächtige neu befeuern: In der heutigen Sitzung des Innenausschusses ist unter anderem das Analyseprojekt „Casablanca“ der Düsseldorfer Polizei Thema. Und der Bericht nennt konkrete Zahlen von Straftaten in diesem Jahr.

In dem Papier heißt es, dass zwischen 2. Januar und 20. Juni dieses Jahres in dem Projekt „887 Angehörige der Maghreb-Staaten als Tatverdächtige von Straftaten erfasst“ wurden. Ihnen stünden 1269 registrierte Straftaten gegenüber. Diese werden sogar genau aufgeschlüsselt: So gab es 19 Fälle von Raub oder räuberischem Diebstahl, 26 Fälle von Drogenhandel, 319 Diebstähle, 149 Mal Körperverletzung oder schwere Körperverletzung, fünf Sexualdelikte. Darüber hinaus führt das Projekt laut dem Bericht 39 der Personen als „Mehrfachtatverdächtige“ (sie wurden in einem Kalenderjahr also bei mindestens fünf Straftaten erwischt). Und: Es wurden im genannten halben Jahr 31 Verfahren gegen die Tatverdächtigen geführt.

Und auch Maßnahmen verkündet der Innenminister bereits — für Düsseldorf. In der Landeshauptstadt soll nun auch das Projekt „Klarkommen! Chancen bieten durch Prävention vor Ort“ anlaufen. In den Modellbehörden Duisburg, Köln und Dortmund gibt es das Konzept schon, bei dem die Polizei gemeinsam mit Sozialarbeitern in den belasteten Stadtteilen versucht, Jugendlichen aus den ärmsten Regionen Nordafrikas und Südosteuropas Perspektiven zu eröffnen.

Polizeisprecher Markus Niesczery bestätigt auf WZ-Anfrage, dass im Präsidium Vorbereitungen für das Projekt laufen. Diese seien aber noch am Anfang. Viele Institutionen müssten ins Boot geholt werden, um einen Effekt erzielen zu können.