Kreisch-Alarm um Jogis Weltmeister

Kreisch-Alarm um Jogis Weltmeister

45 000 Zuschauer, darunter viele Kinder, sind beim Training der Nationalelf dabei. Die trägt sich ins Goldene Buch ein.

Düsseldorf. Die Weltmeister sind da, leibhaftig. Der erste offizielle Auftritt der Nationalmannschaft nach dem Titelgewinn in Rio elektrisiert am Montag die Massen, am größten ist der Kreisch-Alarm beim öffentlichen Training der Edelkicker in der ausverkauften Arena. 45 000 Zuschauer sollen es sein, tatsächlich sieht es nach weniger aus.

Foto: M. Zanin (2), D. Young, Stadt

Natürlich sind immens viele Kinder am Start, freilich in Begleitung von mindestens so vielen Elternteilen. Auch die Original-Deutschland-Trikotdichte bei den Kids ist sehr hoch, ehrfurchtsvoll beäugt werden die, die wie Ferdinand (7) aus Düsseltal sogar schon eins mit vier Sternen tragen.

Im Stadion, Einlass ist schon um 15.30 Uhr, müssen sie Geduld haben. Erst um 17.15 Uhr betreten die Weltmeister in blauer Trainingskluft den Rasen. Aufgehalten werden sie im Kabinengang vom Düsseldorfer Bürgermeisterquartett: Der neue OB Thomas Geisel und seine drei Stellvertreter Friedrich Conzen, Klaudia Zepuntke und Günter Karen-Jungen bitten alle Spieler um ein Autogramm fürs Goldene Buch der Stadt, das ausnahmsweise mal nicht im Rathaus liegt. Und alle tragen sich ein, Jogi Löw und Thomas Müller zuerst, der Erz-Kölner Lukas Podolski nur unter Protest („In der verbotenen Stadt“, scherzte er).

Das Training beginnt dann — ohne geht es nun mal nicht — mit dem für die Zuschauer etwas ermüdenden Aufwärmprogramm, dann wird ein bisschen Passspiel geübt, bevor ein Spielchen Neun gegen Neun auf kleinem Feld ansteht. Da werden die Treffer von Reus, Müller, Gomez oder Kramer stürmisch bejubelt. „Ich finde es total super, die Spieler mal in echt und so nah spielen zu sehen“, strahlt Benno (9), der mit seinem Bruder Emil (11) und Papa am Mittwoch sogar zum Spiel gegen Argentinien kann.

Schon am Vormittag warten rund 120 Fans am Hyatt-Hotel im Hafen auf die Ankunft ihrer Helden. Bis Mittag trudeln die einzeln ein, gebracht in dunklen Limousinen des DFB-Sponsors. Justin (7) und seine Schwester Chiamaka (3) sind mit ihrer Mama aus Duisburg gekommen. „Ich hab’ Autogramme von Müller, Hummels, Weidenfeller und Bierhoff“, sagt der Junge stolz, und zeigt sein bekritzeltes Trikot.