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Düsseldorf: Kö-Raser nerven Anlieger und Kunden

Düsseldorf : Kö-Raser nerven Anlieger und Kunden

Viele protzen auf dem Boulevard mit viel PS. Das bringt Lärm und Abgase mit sich — und auch Gefahr für Unbeteiligte.

Düsseldorf. Eine Szene auf der Königsallee vor wenigen Tagen: Zwei Sportwagen fahren auf der schmalen Straße nebeneinander, die Fahrer treten mächtig aufs Gaspedal. Bei dem kleinen Wettrennen rauscht der rechte Wagen, ein BMW-Coupé knapp an einem Radfahrer vorbei, der vor Schreck einen Schlenker zur Seite macht.

Düsseldorfs Shoppingmeile, sie wird von vielen nicht nur als Laufsteg angesehen, auf dem man extravagante Hunde und teure Kleidung ausführt, sondern auch PS-starke Autos. Allerdings sind darunter nicht nur ältere Herren, die ihren Rolls Royce Baujahr 1976 gemächlich die Straße hinabgleiten lassen, sondern auch viele Automobilisten, die durch aggressiven, lauten und zum Teil gefährlichen Fahrstil auffallen. Viele Geschäftsleute und Passanten fühlen sich gestört.

Zwar ist der Parksuchverkehr häufig so dicht, dass hohe Geschwindigkeiten kaum möglich sind. Das kompensieren manche Autofahrer aber, indem sie gern mal im ersten Gang auf Hochtouren kommen und Reifen quietschen lassen. Oder zur Not im Leerlauf den Motor auf weithin hörbare Dezibelwerte treiben. Aber oft reichen auch wenige Meter, um die Reifen mal durchdrehen zu lassen. Viele kommen offenbar bewusst gegen Abend, wenn es leerer wird, um Gas zu geben.

Als Hauptkampftag der Bleifüße hat sich aber der Samstag etabliert. Hört man sich auf der Kö um, so ist oft folgende Einschätzung zu vernehmen: An diesem Tag sind es vor allem junge Männer aus dem nahen und weiten Umland, die zu glauben scheinen, sie würden mit breiten Reifen und Motorengeheul als harte Jungs wahrgenommen.

Im Einzelhandel und der Gastronomie sind viele sehr genervt. „Wir sehen, hören und riechen es“, sagt ein sichtlich aufgebrachter Ladenmitarbeiter der WZ. Oft seien die Fahrmanöver gefährlich, schließlich seien viele Fußgänger unterwegs. Immer wieder würden sich auch Kunden darüber beschweren.

Dasselbe sagt eine Kellnerin eines Cafés, auch dort fühlten sich Gäste immer wieder gestört. Manchmal sei die Kö durch die Auspuffabgase regelrecht verqualmt. Ein Kollege habe vor kurzem die Polizei gerufen, nachdem er einen waghalsigen Fahrer beobachtet hatte. Die sei aber nicht gekommen.

Im Polizeipräsidium hat man das Thema aber schon auf dem Schirm: „Der Kavalierstart ist auf der Königsallee tatsächlich verbreitet“, sagt ein Sprecher. Allerdings sieht man darin weniger eine Gefahr als eine Belästigung Unbeteiligter durch Lärm.

Hin und wieder gebe es auch Einsätze. Das Verhalten solcher Fahrer ist nämlich nicht nur für viele nervig, es ist auch verboten. Die Straßenverkehrsordnung untersagt unter anderem „unnötigen Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen“.