Die Masche der Rotlicht-Mafia

Die Masche der Rotlicht-Mafia

Erste Anklage in der Bordell-Affäre: Wie Monder T. und seine Komplizen die Freier betäubt und Konten abgeräumt haben sollen.

Düsseldorf. Seit November sitzt Monder T., ehemaliger Geschäftsführer des Erotik-Clubs „La Viva“ an der Worringer Straße, auf der Anklagebank. Ursprünglich ging es nur darum, dass der 29-Jährige in dem Bordell Kokain an die Freier verkauft haben soll.

Doch im Laufe des Verfahrens stellte sich heraus, dass Rauschgift auch eine Rolle bei den Cocktails gespielt haben soll, mit denen Gäste angeblich betäubt und um viel Geld betrogen worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft legte am Dienstag eine 310 Seiten lange Anklageschrift vor. Darin werden erstmals Details genannt, wie Monder T. und seine Komplizen die Opfer ausgeraubt haben sollen.

Drahtzieher sei Thomas M. gewesen, dem auch die Betriebe an der Rethelstraße gehörten. Er habe an der „Spitze der Organisation“ gestanden, die sich Ende 2007 zu einer Bande zusammengeschlossen habe.

Monder T. habe dazugehört. Von Anfang an sei es Ziel gewesen, Gäste durch Rauschgift und Medikamente in den „Zustand der Willenlosigkeit“ zu versetzen, um dann mit Kredit- und EC-Karten Geld abzuheben. Teilweise mussten die angeschlagenen Opfer auch Schuldscheine unterschreiben.

Der 29-Jährige soll an acht Fällen beteiligt gewesen sein. So suchte am 17. Dezember 2011 ein Professor (71) aus Skandinavien im Club Zerstreuung. Ihm soll ein Mix aus Kokain, Alkohol, Schmerz- und Beruhigungsmitteln verabreicht worden. Während der Professor schlief, wurden mit seiner Kreditkarte 4500 Euro vom Konto abgebucht.

Ebenfalls im Dezember vor zwei Jahren wurden einem britischen Geschäftsmann nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft K.o.-Tropfen ins Glas gemischt. Er hatte in seiner Geldbörse auch einen Zettel mit den Pin-Nummern zu seinen Konten. 22 600 Euro und 700 Euro Bargeld soll die Bande erbeutet haben. Der Brite, der unter Schüttelkrämpfen litt und sich übergeben musste, unterschrieb auch noch einen Schuldschein über 5000 Euro, als er morgens das Bordell verließ.

Die anderen Fälle liefen ähnlich ab. Hatten die Kunden kein Bargeld mehr, fuhren die Prostitierten mit ihnen zur nächsten Bank. Die Liebesdamen sollen gewusst haben, was mit den Freiern passiert. „Mercedes“, „Sanella“ oder „Natalie“ waren angeblich mit 50 Prozent an dem Geschäft beteiligt. Monder T. soll zehn Prozent des Gesamtumsatzes bekommen haben.

Am 20. Februar wird ein namhafter Professor als Zeuge die Wechselwirkung zwischen Kokain und den anderen chemischen Substanzen erklären.

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