DEG-Fan klaut Fahne: Haft auf Bewährung

DEG-Fan klaut Fahne: Haft auf Bewährung

Bundeswehroffizier wollte beim Spiel gegen Iserlohn nur einen Spaß machen.

Düsseldorf. Andere Sportarten, andere Sitten. Dass rivalisierende Fußball-Fans dem Gegner mal eine Fahne wegnehmen, ist zwar auch nicht erlaubt, wird aber vor allem unter den Ultras sportlich gesehen. Vor Gericht landen solche Vorfälle in der Regel nicht. Beim Eishockey dagegen gehört das nicht zur erweiterten Fan-Kultur. Diese Erfahrung musste jetzt ein Bundeswehroffizier machen, der auf der Anklagebank des Amtsgerichts landete. Vorwurf: Der 27-Jährige hatte bei einem DEG-Spiel einem Fan aus Iserlohn die Fahne abgenommen und war damit weggelaufen.

Am 27. Januar 2017 ging es im Dome gegen die Iserlohn Roosters. „Ich war schon länger nicht mehr beim Eishockey. Ich gehe sonst eher zur Fortuna“, schilderte der Angeklagte, was an dem Abend vorgefallen ist. Vor dem Spiel gegen 18.25 Uhr entdeckte er eine Fan-Gruppe aus dem Sauerland. Blitzschnell nahm er einem Studenten das Banner der Roosters weg und lief davon. „Es war eine blöde Idee. Ich wollte ihm nur einen Streich spielen. Die Fahne wollte ich später zurückgeben“, räumte der 27-Jährige ein.

Doch so einfach wollten die Eishockey-Fans aus Iserlohn ihr Vereinsbanner nicht aufgeben und nahmen die Verfolgung auf. Zweimal fiel der Angeklagte bei der Flucht mit seiner Trophäe auf die Nase. Als er von dem Studenten an der Kapuze erwischt wurde, wollte sich der Soldat befreien: „Ich habe aber nicht geschlagen. Eigentlich hätte ich die Fahne schon vorher zurückgeben sollen.“

Anders schilderte der 24-jährige Student die Verfolgungsjagd. Er habe den DEG-Fan festhalten wollen: „Dabei habe ich drei oder vier Schläge auf den Kopf bekommen.“ Allerdings war er nicht sicher, ob es der Angeklagte war, der zugeschlagen hat, oder einer seiner Begleiter. Angeblich wollte der Offizier die Fahne zum Schluss noch einem Kumpel zuwerfen. Doch das konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Immerhin: Die Polizei gab den Iserlohnern die Fahne zurück.

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