Neuer Anlauf für Sperrung der Fleher Brücke

Neuer Anlauf für Sperrung der Fleher Brücke

Wie lange die Fleher Brücke zweispurig bleiben muss, hängt von der bevorstehenden Prüfung ab. Bislang sind Risse in Schrägstreben bekannt.

Düsseldorf. Aufgrund der Witterung konnte die neue Verkehrsführung auf der Fleher Brücke in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (27./28.3.) nicht eingerichtet werden. Das berichtet Straßen.NRW am Mittwoch. Die notwendige gelbe Fahrbahnmarkierung kann nämlich nur bei trockenem Wetter aufgebracht werden. Die neue Verkehrsführung soll nun in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (28./29.3.) eingerichtet werden - sofern das Wetter mitspielt. Wie Straßen.NRW weiter mitteilt muss die neue Verkehrsführung sonst tagsüber am Donnerstag eingerichtet werden, da diese auf jeden Fall vor den Ostertagen stehen soll.

Die Fleher Brücke wird mit der einmaligen Vollsperrung in der Nacht zu Donnerstag bis auf weiteres in beiden Richtungen nur noch zwei- statt dreispurig befahrbar sein. Das teilte der Landesbetrieb Straßen NRW mit. Wie lange das so sein wird, das vermag derzeit niemand zu sagen. Denn: Das hängt von den Schäden ab, die zu den bereits bekannten noch entdeckt werden könnten. Die Brücke von 1979 muss jedoch sofort entlastet werden, deshalb die Verengung auf die jeweils inneren beiden Spuren.

„Wir beginnen jetzt mit der Prüfungsphase. Die Brücke wird auf Herz und Nieren untersucht“, sagt Peter Belusa, Sprecher von Straßen NRW. Bereits bekannt ist, dass die Brücke Schäden an den Schrägstreben aufweist. „Die vielen schadhaften Brücken in Nordrhein-Westfalen geben natürlich Grund zur Sorge, hier könnte noch mehr schlummern“, sagt Belusa mit Blick auf die Leverkusener A1-Brücke oder die Rheinbrücke Neuenkamp der A40 bei Duisburg. „Die Fleher Brücke ist ja eine der wenigen noch uneingeschränkt befahrbaren Brücken des Landes.“ Das liege daran, dass die Brücke etwas jünger ist als viele andere, „damals hatte man aus den Fehlern der 1960er Jahre schon gelernt“.

Die uneingeschränkte Befahrbarkeit ist trotzdem erst mal vorbei. Nach Ostern habe man hoffentlich so viele Erkenntnisse, dass zumindest Angaben zur Dauer der Zweispurigkeit gemacht werden können.

Grund für die Schäden sei auch hier das erhöhte Verkehrsaufkommen, sowohl insgesamt als auch durch die Lkw-Sperrungen an anderen Brücken — die Ausweichstrecken für die Laster führten eben oft über die Fleher Brücke. „Irgendwie müssen die ja über den Rhein. Aber das Problematische ist, dass die schwersten Verkehrsteilnehmer immer über die äußerste Spur fahren — also über die, die im Falle der Fleher Brücke von den Schrägstreben gestützt wird.“

Stau werde sich durch die Fahrbahnverengung nicht vermeiden lassen, besonders zu den Hauptverkehrszeiten müsse mit Zeitverzögerungen gerechnet werden.

Nach der Prüfungsphase will der Landesbetrieb ein Sanierungskonzept erarbeiten, danach beginnen die Reparaturarbeiten. Starke Nerven für Autofahrer sind also noch länger vonnöten.

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