Eisschnelllauf-Weltcup: Ihle patzt in Erfurt - Dannhauer bereit für Pyeongchang

Eisschnelllauf-Weltcup: Ihle patzt in Erfurt - Dannhauer bereit für Pyeongchang

Erfurt (dpa) - Nico Ihle fluchte über seinen verpatzten Start, Judith Dannhauer nahm vor Freude strahlend ihr Söhnchen Arthur in den Arm. Licht und Schatten lagen für die deutschen Eisschnellläufer bei der Generalprobe für die Olympischen Winterspiele in Erfurt ganz dicht beieinander.

Vize-Weltmeister Ihle konnte nach dem Weltcup-Rennen über 500 Meter nach zwei schweren Stolperern nur enttäuscht den Kopf schütteln. „Das war Scheiße“ entfuhr es dem 32 Jahre alten Chemnitzer. „Bei 100 Metern war das Rennen für mich schon gelaufen“, fügte er hinzu. In 35,62 Sekunden kam er über den 17. Platz nicht hinaus.

Doch wie schon so oft lässt er sich von solchen Rückschlägen nicht beeindrucken. „Das wirft mich jetzt nicht um. Am Samstag greife ich über 1000 Meter wieder an. Und zum Abschluss habe ich die Chance, den Eindruck auf den zweiten 500 Meter noch einmal zu korrigieren.“ Bereits bei den ersten Schritten leistete sich der Sachse einen kräftigen Wackler, hakte dann bei reichlich 80 Meter mit der Kufe im Eis ein und fand somit nie in sein Rennen.

Nach EM-Bronze in Kolomna über 1000 Meter hatte der Sachse Kritik am mangelnden Respekt durch Verantwortliche des Verbandes geübt. Ihn freut, dass Sportdirektor Robert Bartko daraufhin nach Chemnitz reiste und mit ihm das Gespräch suchte. „Wir haben vereinbart, die einzelnen Punkte nach Olympia zu besprechen. Jetzt gilt der volle Fokus den Spielen“, berichtete Ihle.

Der Sieg über 500 Meter ging im direkten Duell mit Ihle an den Ex-Weltmeister Pawel Kulischnikow aus Russland, der in 35,03 Sekunden seinen eigenen Bahnrekord nur um 0,32 Sekunden verfehlte. Zweiter wurde der Olympia-Dritte Michel Mulder aus den Niederlanden (35,08) vor dem Russen Artjom Kusnezow (35,10).

Ganz andere Emotionen nimmt Judith Dannhauer nur mit den Flieger nach Südkorea. Über 500 Meter gelang der deutschen Meisterin in 38,56 eine so schnelle Zeit wie noch nie auf ihrer Heimbahn und wurde mit Platz sieben belohnt. So weit vorn war die 35 Jahre alte Mutter in diesem Winter noch nie. „Ich gehe jetzt auf jeden Fall mit einem guten Gefühl in die entscheidende Phase der Olympia-Vorbereitung“, sagte die Thüringerin, auch wenn sie „noch verbesserungswürdige Aspekte“ bei ihrem Lauf erkannte.

Siegerin wurde die EM-Dritte Karolina Erbanova aus Tschechien in 37,82 Sekunden. Gabriele Hirschbichler aus Inzell wurde in 38,96 Sekunden Zehnte.