Transferfenster geschlossen: Draxler nach Wolfsburg, Hernandez nach Leverkusen - und Dortmund holt Januzaj.

Transferfenster geschlossen: Draxler nach Wolfsburg, Hernandez nach Leverkusen - und Dortmund holt Januzaj.

Frankfurt. Der letzte Akt im überhitzten Wechsel-Theater der Fußball-Bundesliga erlebte mit dem zweitteuersten innerdeutschen Transfer der Geschichte den Schlusspunkt.

Für geschätzte 35 Millionen Euro verlässt Weltmeister Julian Draxler seinen Herzensverein Schalke 04 und heuert als Nachfolger von Kevin De Bruyne beim VfL Wolfsburg an. Mehr Geld zwischen zwei deutschen Vereinen war bisher nur beim Transfer von Mario Götze (37 Millionen Euro) geflossen.

Nie zuvor sind in der Weltmeister-Liga so viele Millionen bewegt worden wie in dieser Sommerpause. Der Abgang von De Bruyne zu Manchester City für rund 75 Millionen Euro sorgte für einen Rekordtransfer und animierte Wolfsburg zu einer ausgedehnten Shoppingtour mit Draxler (mit Fünfjahresvertrag) als Königseinkauf. „Julian war unser Wunschspieler, durch den Wechsel von Kevin De Bruyne konnten wir seine Verpflichtung jetzt realisieren“, sagte VfL-Manager Klaus Allofs.

Schalke verliert damit zwar einen Sympathieträger, konnte sich aber mit einer Rekordeinnahme trösten. „Wir können sagen, dass wir wirtschaftlich die größte Einnahme erzielen, die je ein Transfer in der Geschichte unseres Clubs erbracht hat“, sagte Schalke-Manager Horst Heldt.

Auch andere langten zu. Bayer Leverkusen etwa. Nach dem Verkauf von Heung-Min Son an Tottenham Hotspur für 30 Millionen Euro lockte der Werksclub nach Kevin Kampl (zuvor BVB) auch Javier Hernández vom Schweinsteiger-Club Manchester United an den Rhein. Der Mexikaner, den alle nur Chicharito rufen, absolvierte am Montag den Medizin-Check.
Borussia Dortmund hat den belgischen Nationalspieler Adnan Januzaj auf Leihbasis bis zum Saisonende von Manchester United geholt. Der 20 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler absolvierte bislang 47 Spiele in der Premier League (5 Tore). Dagegen soll Kevin Großkreutz nach sechs erfolgreichen Jahren den Club gen Galatasaray Istanbul verlassen und Jakub Blaszczykowski zum AC Florenz nach Italien wechseln. beide Transfers blieben noch unbestätigt. Der FC Augsburg leistete sich die fünf Millionen Euro teure Rückkehr von Ja-Cheol Koo (FSV Mainz 05).

Der Hamburger SV sicherte sich die Dienste des Wolfsburgers Aaron Hunt. Der VfB Stuttgart lieh Robbie Kruse von Bayer Leverkusen aus. Nicht nur Volkswagen-Chef Martin Winterkorn fürchtet angesichts der Kaufkraft der englischen Clubs in Zukunft um die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga. „Wenn die Verhältnisse so sind, muss man sich überlegen, was man in Deutschland macht, um den Ausverkauf zu verhindern“, sagte der Chef der Konzernmutter des VfL Wolfsburg. Beim Poker um De Bruyne hätten selbst die Bayern nicht mithalten können. Immerhin soll er in Manchester 20 Millionen Euro pro Saison verdienen.