Wandern im Naturpark Schwalm-Nette

Brüggen (dpa) - Wenn die Abenddämmerung anbricht, erwacht die Natur an der Schwalm zum Leben. „Schauen Sie mal zum Himmel: Dort kreist der Rote Milan“, sagt Wanderführer Bernd Nienhaus. Fast fünf Stunden ist die kleine Gruppe an diesem Tag im Naturpark Schwalm-Nette unterwegs.

Wandern im Naturpark Schwalm-Nette
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Die Rundstrecke durch den Schwalmbruch zählt zu dem 100 Kilometer umfassenden Netz von neun Premiumwegen in dem Naturpark an der niederländischen Grenze zwischen Mönchengladbach, Viersen, Roermond und Venlo. Die Routen verlaufen entweder als breite Wege oder schmale Pfade durch Feuchtwiesen, Fichtenforste und Heidezonen, vorbei an Tümpeln und den Ufern von Schwalm und Nette.

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„Willkommen in der Wasser-Wanderwelt!“: So begrüßt Nienhaus seine Mitwanderer beim Start zur Tippeltour. Schon nach wenigen Schritten abseits des Wanderparkplatzes sind die Gäste überrascht vom abwechslungsreichen Landschaftsbild: Kuhweiden und Pferdekoppeln wechseln sich ab mit sumpfigem Bruchwald und Wachholderheide. Tümpel, Teiche und Moore begleiten die Wanderer, nebenan schlängelt sich die Schwalm durch den Jahrhunderte alten Buchenwald.

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„Es kommt noch besser“, sagt Nienhaus den Wanderer bei der Rast im urigen niederländischen „Eetcafé de Bos“. Direkt am Schwalmufer entlang führt nun der handtuchschmale Wanderpfad und folgt dabei den vielen Windungen des Flusses, dessen Steilufer sich durch Abbrüche ständig verändert. Der Mini-Canyon ist auch das Revier von Eisvögeln, die mit etwas Glück zu beobachten sind.

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Seit mehr als 50 Jahren existiert der Naturpark Schwalm-Nette, einer von 104 Parks dieser Art in Deutschland. „Doch wir sind etwas ganz Besonderes“, erklärt Michael Puschmann von der Parkverwaltung in Viersen. Denn während die allermeisten Premiumwege durch Hoch- und Mittelgebirge führen, könne Schwalm-Nette als einziger Park mit gleich neun solcher Wege im Flachland aufwarten.

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Premiumwanderwege sind Strecken, die nach Vorgaben des Deutschen Wanderinstitutes mehr als 30 Kriterien erfüllen müssen. Sie müssen unter anderem abseits von Asphaltstraßen liegen, abwechslungsreiche Landschaften bieten, idyllische Rastplätze vorweisen und gut gekennzeichnet sein.

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„Die wenigsten Besucher wissen, wie interessant die Landschaft bei uns im Westen von Nordrhein-Westfalen ist“, sagt Wegescout Nienhaus. Er ist häufig im Schwalmbruch unterwegs - für ihn eine der schönsten Landschaften der Region. Im Sommer tanzen Libellen über die Gewässer. 32 verschiedene Arten, darunter die seltene Gebänderte Prachtlibelle, wurden im Schwalmbruch beobachtet. Heidelerchen, Teichrohrsänger und der Ziegenmelker leben hier, am Abend schwirren Fledermäuse auf der Jagd nach Beute aus.

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Jeder der Premiumwege hat seinen eigenen Charakter. Im Galgenvenn führt ein Holzsteg ein paar Meter hinaus auf die Lichtung im Kiefernwald. Links und rechts sammelt sich Regenwasser auf undurchlässigen Tonschichten, kleine Heideseen und Moore sind die Heimat von Moorfröschen und Bergmolchen. Der Steg im Venn ist einer der 25 Wasserblicke, die an markanten Punkten der Landschaft über Natur, Kultur und Geschichte errichtet wurden.

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Vor allem an den Wochenenden sind viele Besucher aus den nahen Großstädten auf den Wander- und Radrouten im Naturpark unterwegs. Wer jedoch einen längeren Aufenthalt zum Wandern oder für Radtouren plant, der sollte sich frühzeitig um eine Unterkunft bemühen. Die Zahl der Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen ist überschaubar.

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