ASB sagt Erste-Hilfe-Kurs für AfD-Mitarbeiter ab

Arbeiter-Samariter-Bund : ASB sagt Erste-Hilfe-Kurs für AfD-Mitarbeiter ab

Wiederbelebung, Druckverband, stabile Seitenlage - was man bei Erste-Hilfe-Kursen lernt, kann Leben retten. Die AfD-Fraktion im Bundestag will ihre Mitarbeiter schulen lassen. Doch dann machen die Ausbilder einen Rückzieher.

Der Arbeiter-Samariter-Bund hat einen Erste-Hilfe-Kurs für AfD-Fraktionsmitarbeiter im Bundestag unter Verweis auf den Wertekodex der Hilfsorganisation abgesagt. Der ASB wolle keinerlei Geschäftsbeziehungen mit der AfD eingehen, erklärte Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch am Donnerstag auf Anfrage. „Dazu kann auch gehören, die Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen für die AfD-Bundestagsfraktion abzulehnen.“

Die AfD hatte den Vorgang zuvor öffentlich gemacht. Nach Darstellung der Partei heißt es im Absage-Schreiben des ASB: „Der alte und neue Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein hat zum Ausdruck gebracht, dass aus seiner Sicht die Positionen der AfD mit den Werten, die der ASB seit seinem Bestehen vertritt und die zudem in seiner Satzung verankert sind, nicht vereinbar sind.“ Fleckenstein wird auf der Website des ASB auch als Mitglied des Europaparlaments vorgestellt. Er ist dort seit 2009 Abgeordneter der SPD.

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Schielke-Ziesing sprach von einer „zutiefst menschenfeindlichen Logik“. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Michael Espendiller, erklärte: „Es geht bei der Ausbildung von Ersthelfern unter den Mitarbeitern der AfD-Fraktion eigentlich nicht um Politik. Es geht darum, Menschen zu befähigen anderen Menschen in Notsituationen helfen zu können. Im Zweifel geht es darum, Menschenleben zu retten.“

Arbeiter-Samariter-Bund war „selbst Opfer von Rechtsextremismus“

Espendiller zitierte auch aus dem Leitbild des ASB. Dort heißt es: „Der ASB ist als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation politisch und konfessionell ungebunden. Wir helfen allen Menschen – unabhängig von ihrer politischen, ethnischen, nationalen und religiösen Zugehörigkeit.“ ASB-Bundesgeschäftsführer Bauch unterstrich, der Satz gelte „auch für Mitglieder, Abgeordnete und Mitarbeiter der AfD“.

Die Hilfsorganisation begründete die Verweigerung der Kurse mit ihrer Geschichte und ihrem Wertekodex. „Der Arbeiter-Samariter-Bund war selbst Opfer von Rechtsextremismus und wurde 1933 von den Nationalsozialisten enteignet und zerschlagen.“ Der ASB vertrete eine „klare Haltung gegen rechtspopulistische und rechtsextreme Politik“.

(dpa)
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