Lebenslang für Sex-Täter wegen Mord-Versuchs

Lebenslang für Sex-Täter wegen Mord-Versuchs

Die jungen Frauen, die im Leipziger Landgericht ausgesagt hatten, seien noch immer schwer traumatisiert.

Leipzig. Wegen Vergewaltigung, Geiselnahme und versuchtenMordes ist ein Sex-Täter aus Sachsen zu lebenslanger Haft verurteiltworden. Das Landgericht Leipzig sprach den 25- Jährigen am Montagschuldig, zwei junge Frauen in Sachsen und Bayern mit Teppichmessernbedroht, in den Kofferraum seines Autos gezerrt und an abgelegenenOrten vergewaltigt zu haben.

Ein drittes Opfer hatte sich so gewehrt,dass der Täter es laufen ließ. Eine der vergewaltigten Frauen, eine18-Jährige, stürzte er zudem von einer Brücke im Landkreis Leipzig inden eiskalten Fluss Mulde. Nach Überzeugung der Kammer habe er gewollt,dass die junge Frau stirbt, sagte der Vorsitzende Richter HansJagenlauf. Die Verteidigerin kündigte umgehend Revision an.

Die Serie der Verbrechen hatte am 20. Dezember vergangenen Jahresbegonnen. Der bis dahin unbescholtene 25-Jährige entführte das 18 Jahrealte Opfer, vergewaltigte es und stürzte die Frau dann im Dunkeln vonder Brücke. Der Mann hatte vor Gericht alle Taten zugegeben, abervehement bestritten, dass er die 18-Jährige töten wollte

. RichterJagenlauf sagte dagegen, wer jemanden zur Winterszeit in einen Flusswerfe, ohne zu wissen, was das Opfer dort erwartet, nehme den Tod nichtnur billigend in Kauf, sondern beabsichtige diesen sogar. Dass diejunge Frau den Sturz körperlich fast unverletzt überstand und sich inihrer mit Wasser vollgesogenen Winterkleidung aus dem Fluss rettenkonnte, sei wohl Schutzengeln zu verdanken.

Das Gericht hielt dem Mann vor, eine „massive kriminelle Energie“ anden Tag gelegt zu haben. Nach der ersten Vergewaltigung suchte er sichzwei weitere Opfer. Eine 17-Jährige entkam, eine 16-Jährigeverschleppte er an Heiligabend von Regensburg bis nach Österreich, woer wohnte.

Die jungen Frauen, die im Leipziger Landgericht ausgesagthatten, seien noch immer schwer traumatisiert. Der Angeklagte habe „dasLeben von Opfern und Angehörigen zerstört“, sagte Jagenlauf. Etwasanderes als lebenslang komme für den 25-Jährigen nicht infrage.