1. Panorama

Auf Florian Silbereisens Spuren

Auf Florian Silbereisens Spuren

Der zwölfjährige Quirin Weber eifert seinem Vorbild nach. Doch Volksmusik ist nicht alles für ihn.

München. Quirin Weber sieht so aus wie Jungs in seinem Alter eben so aussehen. Er hat Gel im blonden Haar, trägt Jeans und Turnschuhe — und steht auf Heavy Metal. Doch der Zwölfjährige aus Arrach in der Oberpfalz kann auch ganz anders.

In Lederhosen und mit Ziehharmonika setzt er gerade zum großen Sprung ins Musikgeschäft an. Er will die Volksmusik-Szene erobern. Jetzt ist sein erstes Album mit dem Titel „Musik, fertig, los!“ im Handel.

Sein Vorbild ist Volksmusik-Star Florian Silbereisen. „Der ist mein großes Idol. Der kann gut singen, kann gut Harmonika spielen, hat eine eigene Sendung und eine schöne Freundin.“

Quirin wäre nicht der erste Kinderstar, der es zu einer Karriere in der Volksmusik-Szene bringt. Als 13-Jähriger brachte Stefan Mross Karl Moik mit seiner Trompete zum Weinen, und heute ist er immer noch im Geschäft.

Quirin hat mit vier Jahren angefangen zu singen und gibt sich inzwischen schon wie ein alter Profi. „Meine Mutter war Gstanzl-Sängerin und hat mich oft mitgenommen.“ Er merkte sich die Gstanzl (gesungene Verse) und stand damit bald auch selbst auf der Bühne.

Bei einem dieser Auftritte wurde er entdeckt, und im Handumdrehen hatte er ein Vorstellungsgespräch bei der Plattenfirma Montana, die schon Stars wie Udo Jürgens und Heino sowie Marianne und Michael unter Vertrag hatte. Montana-Chef Hans-Rudolf Beierlein nennt Quirin ein „Gesamtkunstwerk“.

Der Zwölfjährige kommt nach den Ferien in die siebte Klasse eines Gymnasiums. Sein Tag sieht meistens so aus: Um halb zwei kommt er von der Schule. Dann heißt es Mittagessen, Hausaufgaben machen und dann eine halbe Stunde Harmonika spielen.

Danach — so ab halb vier am Nachmittag — hat er frei. Die Schule nehme er ernst, sagt Quirin. Wenn es nämlich nicht klappt mit der Karriere im Showgeschäft, will er Anwalt werden oder Steuerberater.

„Uncool“ fänden seine Mitschüler die Volksmusik nicht. „Sie finden das cool, so einen kleinen Superstar in der Klasse zu haben.“ Sein bester Freund komme immer mit zu seinen Auftritten. War er im Fernsehen, habe er danach 40 SMS von seinen Mitschülern.

Auch auf die Mädchen macht die Karriere Eindruck. „Die sagen dann schon manchmal: ,Wow, da ist der Quirin.’“ Ob den Mädels das, was er macht, wirklich gefällt, das weiß er nicht genau. „Ich kenne mich in der Frauenwelt nicht aus.“

Auch wenn er seine Zukunft in der Volksmusik sieht — seine Freizeit sieht anders aus: Er fährt gerne Cross-Motorrad, ist bei der Wasserwacht und trifft Freunde. „In meiner Freizeit höre ich andere Musik — eigentlich aktuelle Hits und hauptsächlich Metal.“

Abwechslung tue gut. „Dass da nicht gesungen wird, sondern hauptsächlich geschrien, das gefällt mir.“ Seine Lieblingsbands sind Korn und Slipknot. Beruflich will Quirin aber in der Volksmusik bleiben. „So lange zu schreien, das würde ich nicht aushalten. In der Volksmusik kann man einfach singen — das ist schön beruhigend und macht auch ganz viel Spaß.“