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WSV-Vorstand will Sonderzuschläge nach Fanvergehen

WSV-Vorstand will Sonderzuschläge nach Fanvergehen

13-köpfiger Verwaltungsrat mit zehn neuen und drei alten Mitgliedern. Sonderabgabe für Mitglieder nur freiwillig. Sonderzuschläge auf Ticketpreise nach Fanvergehen geplant. Neue Events im Stadion soll mehr Geld in die Kasse spülen.

Wuppertal. Der Vorschlag für eine Sonderabgabe für Vereinsmitglieder von 20 Euro jährlich für maximal drei Jahre hat bei der Mitgliederversammlung des Wuppertaler SV am späten Montagabend nicht die erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit gefunden. Am Ende fehlt eine Stimme.Der Vorstand hatte die Abgabe vorgeschlagen, um die außerplanmäßigen Kosten des letztjährigen Insolvenzverfahrens von etwa 75 000 Euro zu decken.

Etwa in dieser Höhe erwartet Finanzvorstand Lothar Stücker die derzeit absehbare Finanzlücke für die Saisons 13/14 und 14/15. Eine klare Mehrheit erhielt anschließend der Vorschlag von Sportvorstand Achim Weber, diese Umlage, ebenfalls zweckgebunden, auf freiwillige Basis zu stellen.

Der WSV will durch die Finanzlücke künftige Investitionen nicht belasten, bzw reduzieren müssen. Vorstandssprecher Alexander Eichner kündigte nach der Ablehnung der obligatorischen Sonderumlage an, dass das sofortige Auswirkung haben werde, man eventuell Verträge nicht verlängern könne.

Neu ist, dass der Vorstand mit 150 000 Euro über eventuelle Überziehungskredite bürgt.

Sollte es künftig Zusatzkosten durch Strafen wegen Fanvergehen oder erhöhte Sicherheitskosten kommen, könnte sich das durch einem jeweiligen Sonderzuschlag auf die Eintrittspreise niederschlagen, kündigte Eichner als ein weiteres Finanzierungsinstrument von insgesamt acht an. Zu denen sollen auch Einnahmen bei neuen Events (in Planung ist ein Adventssingen im Stadion) gehören.

Angenommen wurden Formulierungsänderung für die neue Vereinssatzung, die zwar bereits vor einem Jahr beschlossen worden, aber noch nicht in Kraft war, weil das Finanzamt wegen einiger Passagen rechtliche Bedenken angemeldet hatte. Insgesamt 317 von eingeladenen 1113 stimmberechtigten Mitgliedern waren am Montag anwesend. Nicht alle stimmten aber wohl am Ende noch mit, da sich die Abstimmungen nach ausführlichen Berichten bis nach 22 Uhr hinzogen und wegen der komplizierten Auszählung teilweise noch wiederholt werden mussten.

Bei der Wahl der neuen Verwaltungsräte, hatte sich zu den 13 vom Vorstand vorgeschlagenen Kandidaten noch Jens Himmelreich gesellt, der aus dem Fanlager kommt und schon bisher beim WSV zum Helferkreis zählte.

Da der Verwaltungsrat auf 13 Mitglieder begrenzt bleibt, wurde der Kandidat mit den wenigsten Stimmen (jedes Mitglied durfte maximal 13 abgeben) nicht gewählt. Es traf mit Unternehmerin Barbara Neusel-Munkenbeck (132 Stimmen) eine Verwaltungsrätin der ersten Stunde von WSV 2.0.

Die Ergebnisse der Gewählten nach Stimmen sortiert: Christian Maly (neu/256 Stimmen), Frank Niederhoff (neu/242), Jens Himmelreich (neu/227), Martin Bang (neu/224), Thomas Lenz (222), Jörg Rönisch (neu/207), Claus Terjung (neu/189), Verena Imhof (188), Jens Thelen (188), Karsten Schaudinn (175), Ulrich Thiemann (174), Marcus Harzen (167), Jörg Jubelt (160).