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Tod in der Schwimmoper

Tod in der Schwimmoper

Detlef Schmitz veröffentlicht Kriminalroman.

Elberfeld. Der Titel klingt verheißungsvoll: „Tod in der Schwimmoper — Historischer Kriminalroman“. Historisch trifft die Sache mehr als Roman: Denn Detlef Schmitz reiht in seinem neuen Werk einen Text aus der WZ an den anderen. Die Rahmenhandlung, die mit Monsieur Bateaux und dem ehemaligen Kriminalkommissar Kurt B. vielversprechend beginnt, verläuft schon nach 25 Seiten im Sande. Nichts mehr ist von dem Toten in der Dampfsauna zu lesen und von den Ermittlungen der beiden Freunde.

Stattdessen zitiert Schmitz — teilweise unter Hinzufügen diverser Orthografie-Fehler — WZ-Artikel aus den 1970er Jahren. Berichtet wird über prügelnde „illegale“ Marokkaner und über modernen Menschenhandel, bei dem ahnungslose Araber nach Deutschland gebracht und dort wie Sklaven gehalten wurden. Ein zwielichtiger Subunternehmer habe so in zwei Jahren 1,3 Millionen Mark Umsatz gemacht, berichtete die WZ 1975. Den Höhepunkt bildet eine Artikelserie von 1980, als der Mafioso Arcangelo (Erzengel) mit vier Kumpanen aus dem Wuppertaler Gefängnis Bendahl flüchten konnte, nachdem eine Tür weggesprengt wurde. Eine Erpressung rundet die Kriminette ab.

Völlig unvermittelt schließt sich dem ein baugeschichtlicher Rückblick auf Planung und Umsetzung der Schwimmoper an — wieder im Wesentlichen aus der Sicht der WZ. Wer also Lust hat, durch die Brille der Reporter in die 70er und 80er Jahre zu reisen, hat in diesem Buch eine gute Zusammenfassung der spektakulärsten Kriminalfälle. Wer einen unterhaltsamen Roman erwartet, wird enttäuscht sein.

Detlef Schmitz: Tod in der Schwimmoper, Selbstverlag, 164 Seiten, 15,95 Euro. tah