Thema Nordbahntrasse: Ein turbulenter Abend

Thema Nordbahntrasse: Ein turbulenter Abend

Streit, Einigkeit und viel Optimismus: Die Jahreshauptversammlung in der gut besuchten Pauluskirche hatte es in sich.

Wuppertal. Die Zeiten, in denen die Nordbahntrasse eine Erfolgsgeschichte war, sind vorbei. „Der Lack ist ab“, sagte ein Mitglied der Wuppertal Bewegung auf der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend: Nach Diskussionen um Fledermäuse, Spritzbeton und Vergabemängel ist die Anfangseuphorie verflogen. Das merkte man auch der Versammlung von mehr als 200 Vereinsmitgliedern in der Pauluskirche an.

30 Minuten verbrachten die Mitglieder mit einer Diskussion um einen Übertragungsfehler im Kassenbericht. Darin war eine Überweisung von einer Million Euro nicht in die Ausgabensumme eingerechnet worden. „Blamage“, riefen Mitglieder aus den hinteren Reihen. Erst als der Vorsitzende Carsten Gerhardt an seinem Laptop nachrechnete, legte sich die Aufregung.

Auch interne Querelen kamen am Donnerstag zum Vorschein: Ein weibliches Mitglied des Vereins war in diesem Jahr von ihrer Aufgabe — der Organisation von Festen und dem Verkauf von Merchandising-Artikel — entbunden worden, das dafür eingerichtete Konto aufgelöst worden. Dass dieses Konto nicht im Kassenbericht zum Jahr 2010 auftauchte, sorgte wieder für Diskussionen. Erst als der für Finanzen zuständige Olaf Nagel ein Machtwort sprach und der Frau öffentlich eine schlampige Kontoführung vorwarf, endete die Diskussion und der Vorstand konnte entlastet werden — eigentlich eine Formalie im Vereinswesen.

Erst als der größtenteils einstimmig wiedergewählte Vorstand die Erfolge des laufenden Jahres, beispielsweise Bilder von der Einweihung der Legobrücke und der Jungfernfahrt der Draisine des Vereins, präsentierte, zeigte die Wuppertal-Bewegung Einigkeit. Auch als Carsten Gerhardt die von einem unabhängigen Gutachter zuletzt kritisierte Vergabepraktiken des Vereins verteidigte, kam Applaus auf.

Den Streit um Fördergelder und die Beteiligung am Bau durch die Stadt Wuppertal erklärt Gerhardt für bald beendet: „Wir haben in den vergangenen zwei Wochen große Fortschritte gemacht.“ Im öffentlichen Meinungsbild seien die Differenzen mit Oberbürgermeister Peter Jung prägend, doch auf fachlicher Ebene seien die Beteiligten viele Schritte aufeinander zugegangen.

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