Theatergruppe: Nach der 23. Spielzeit ist Schluss

Theater : Theatergruppe: Nach der 23. Spielzeit ist Schluss

Die Schauspieler der Stiftung BSW Region-West zeigen ein letztes Mal den „Froschkönig“.

Die Weihnachtsmärchen der Theatergruppe Stiftung BSW Region-West haben hunderte, wenn nicht gar tausende Wuppertaler Kinder seit 1996 in ihren Bann gezogen. Nach der 23. Saison soll dennoch Schluss sein, erklärt Gertrud Ahr vom Lions Club Corona, der das Schauspiel seit 2006 alljährlich organisiert.

„Inzwischen kommen schon einige Kinder von damals mit ihren eigenen Kindern zu den Vorstellungen. Das finden wir besonders schön“, sagt die Organisatorin. Das Stück, das die Tradition beenden wird, ist „Der Froschkönig“ – frei interpretiert nach den Gebrüdern Grimm. So beginnt das Stück schon vor dem eigentlichen Märchen, als der Prinz „Waldemar“ von einer bösen Zauberin in einen Frosch verwandelt wird. Im Schlossbrunnen von „Pampelmusien“ wartet er seitdem auf eine Prinzessin, die ihn erlösen mag.

Etwa 300 Kinder und Erwachsene, so erwartet Gertrud Ahr, werden in diesem Jahr das Weihnachtsmärchen verfolgen. Die Mehrheit werden – so war es in all der Zeit – Kinder von Bayer-Betriebsangehörigen sein. Doch es gibt auch darüber hinaus echte Fans. So habe sich auch schon so manche Oma gefreut, die endlich ein Enkelkind wieder zum Weihnachtsstück begleiten durfte, sagt Ahr. Mit aktuellen Anspielungen erreichen die Schauspieler auch das erwachsene Publikum. Und noch eines ist Ahr wichtig: „Wir arbeiten ohne den heute üblichen pädagogischen Zeigefinger.“ Das zeige sich etwa, wenn der Bösewicht am Ende eines Märchens in eine Maus verwandelt wird: „Wenn die Eltern dabei sind, dann sagen die Kinder, die Maus soll ertränkt werden. Wenn wir sie aber fragen, während die Eltern daneben sitzen, dann antworten sie: ,Wir setzen sie im Wald aus.’“ Dabei sei es für ein Märchenerlebnis wichtig, dass das Böse am Ende besiegt wird, so Ahr.

15 Schauspieler haben
das Rentenalter erreicht

Die Theatergruppe hat sich trotz des Erfolges entschieden, aufzuhören. „Es sind 15 Leute, die überwiegend das Rentenalter erreicht haben“, so Ahr. Der Gewinn, der nach der Begleichung der Unkosten für die Aufführung übrig bleibt, wird vom Lions Club Corona dem Projekt Klasse2000 gespendet.

Für die Aufführung am Montag, 17., und Dienstag, 18. Dezember, sind noch Restkarten an der Abendkasse verfügbar. Der Eintritt kostet fünf Euro pro Person. Die Kasse öffnet gleichzeitig mit dem Einlass um 15.30 Uhr. Das Stück beginnt um 16 Uhr im Theatersaal des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums.

Mehr von Westdeutsche Zeitung