Kaisermeile: Clees bleibt am Ball

Entgegen jüngster Gerüchte betont der Investor, das Projekt wie geplant weiter verfolgen zu wollen. Die Stadt erwartet noch abzustimmende Gutachten.

Vohwinkel. Das Projekt Kaisermeile aufgeben? Die ehrgeizigen Pläne für das Vohwinkeler Stadtteilzentrum ad acta legen? „Kein Gedanke daran!“ sagt Uwe Clees. „Im Gegenteil“, betont der Wülfrather Investor: „Am liebsten würden wir sofort starten.“

Doch gar so schnell wird das nicht möglich sein — auch wenn das vieldiskutierte Bauprojekt auf dem Papier längst existiert. Uwe Clees plant auf einer Fläche von mehr als 26 000 Quadratmetern Gewerbe, Praxen, Büros und Wohnungen an Kaiser- und Lienhardstraße. Er will einen Supermarkt der Kaufland-Kette mit rund 3400 Quadratmetern Verkaufsfläche im Gebäudekomplex der ehemaligen Eissporthalle ansiedeln und auf Parkdecks rund 500 neue Parkplätze einrichten.

Vor gut einem Jahr haben Uwe Clees und sein Mit-Investor Dr. Claus Schulz, Chef der Firma Kolk & Co, bei der Verwaltung einen Antrag auf Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans gestellt und hoffen auf grünes Licht von der Verwaltung.

Allerdings gibt es noch immer einige strittige Punkte und Klärungsbedarf zwischen Investor und Stadtverwaltung. Da ist zunächst die Erschließung der künftigen Kaisermeile: Der Kaufland-Supermarkt soll über Kaiser- und Brucher Straße erreicht und angedient werden, was von der Stadtverwaltung und vielen Vohwinkelern kritisch gesehen wird: Man befürchtet ein Verkehrschaos. „Wir erwarten von Herrn Clees den Nachweis, dass das bei dieser Erschließung nicht der Fall sein wird“, sagt der städtische Baudezernent Frank Meyer (SPD). „Ein entsprechendes Gutachten fehlt uns aber nach wie vor.“ Es müsste auf dem ebenfalls noch abzustimmenden Einzelhandelsgutachten fußen, so Frank Meyer.

Uwe Clees

Denn auch über das Thema Einzelhandel wird derzeit noch diskutiert. „Der Vorhabenträger ist hier eindeutig in der Bringschuld“, sagt Frank Meyer. Allerdings habe der Planer des Vorhabenträgers angekündigt, die fehlenden Unterlagen in Kürze vorzulegen.

Man sei in Gesprächen, betont Uwe Clees: „Was die Stadt an Auflagen von uns verlangt, das versuchen wir zu erfüllen.“ Ansonsten zeigt sich der Investor optimistisch: „Das Gebhard-Gelände ist voll vermietet.“ Auch für die restlichen Gewerbeflächen des Planungsgebietes gebe es Anwärter: „Wir haben einen Großbäcker mit konkretem Interesse“, sagt Clees. „Jetzt wollen wir den Lienhardplatz angehen.“

Das dürfte insbesondere diejenigen aufhorchen lassen, die befürchten, dass Clees die Randbebauung des zentralen Stadtplatzes möglicherweise nicht dauerhaft verfolgen wird. Doch der Investor ließ zumindest im Gespräch mit der WZ keinen Zweifel daran, dass die Planungen zum Großprojekt Kaisermeile vorangehen: „Wir werden weitermachen.“

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