Zoo: Mehr Komfort für die Schimpansen im Zoo

Zoo : Mehr Komfort für die Schimpansen im Zoo

Eigentlich sollen die beiden Affen abgegeben werden. Ein eigener Zugang zum Außengehege soll die jetzige Situation erst einmal verbessern.

Von Eike Rüdebusch

Epulu ist ist in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden. Der Schimpanse wurde am 23. Juni 1968 im Wuppertaler Zoo geboren. Gefeiert wurde das aber nicht groß. Zumindest nicht vom Zoo. Denn der Direktor Dr. Arne Lawrenz sagt, man habe sich entschieden, die Geburtstage der Tiere nicht mehr so groß zu begehen. „Das machen wir nicht mehr.“ Einige Zoobesucher haben dem Senioren aber doch eine kleine Feier gewidmet - zusammen mit den Pflegern, wie der Teamleiter der Menschenaffen, Julian Kusak, erzählt. Es habe eine Bananentorte mit Beeren und einige Spielzeuge als Geschenke gegeben. „Epulu hat Bedeutung für den Zoo“, sagt Lawrenz. Er sei eben schon lange da. Viele Pfleger, die ihn lange kannten, seien schon im Ruhestand.

Aber auch Epulu und Kitoto, das Schimpansenweibchen an seiner Seite, sollen eigentlich gehen. Der Zoo will die Schimpansenhaltung bekanntlich aufgeben. „Aber wir haben derzeit keine Option, wo sie hingehen können“, sagt Lawrenz. Die Angst sei, dass einer der beiden Affen stirbt und den anderen allein zurücklässt, so Lawrenz weiter. Denn der Zoo könne keinen neuen Schimpansen holen. „Wir erfüllen die Mindeststandards nicht.“ Und alleine leben könnten sie nicht.

So versucht man, den Schimpansen die Umstände erträglich zu machen. 2014 wurde ein großes Außengelände gebaut, das aber von den Schimpansen kaum genutzt wird. „Die Schimpansen haben Krieg mit den Bonobos“, erklärt Lawrenz, warum die beiden Tiere nicht den Weg nach draußen gehen. Die Begegnung soll künftig vermieden werden. Die Idee ist, den beiden Tieren einen eigenen Zugang zum Außengehege zu bauen. Es hat bereits eine erste Begehung mit dem Gebäudemanagement (GMW) gegeben, erklärt Lawrenz. Andrea Nickl, Produktmanagerin beim GMW bestätigt das.

Jetzt arbeitet das Team daran, dem Zoo einen Vorschlag für die Umsetzung zu machen. Mit dem sei frühestens in drei Monaten zu rechnen, sagt Nickl. Bis dahin muss etwa geklärt werden, wo und wie Schieber eingebaut werden müssen, damit Pfleger den Gang reinigen oder die Tiere getrennt werden können.

Der Weg soll im Hintergrund liegen, nicht für das Publikum sichtbar sein. Wie teuer das Projekt wird, weiß man noch nicht. Mittel dafür waren nicht eingeplant. Lawrenz geht davon aus, dass Drittmittel gebraucht werden. Der Zooverein könne aber nicht für alles eintreten. Er denkt stattdessen an die Unterzeichner einer Petition für den Verbleib der Schimpansen, die zugesagt hätten, zur Verbesserung der Haltung beizutragen. Wären die Schimpansen nicht da, wäre der neue Zugang nicht nötig - und sollten sie gehen, hat er auch wenig Mehrwert. „Das gibt uns nur mehr Spielraum für die Bonobos, die dann das Gehege der Schimpansen mitnutzen würden“, so Lawrenz. Aber solange sie da sind, will man an der Haltung arbeiten.

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