Zoo Wuppertal: Im Wuppertaler Zoo gibt es Streit um die Zukunft eines Affen

Zoo Wuppertal : Im Wuppertaler Zoo gibt es Streit um die Zukunft eines Affen

Eine Gruppe Epulu-Fans will den Bau eines Wegs zum Außengelände nur unterstützen, wenn der Zoo dessen Verbleib zusichert.

Die Initiatoren der Online-Petition für den Verbleib der Schimpansen wollen eine hundertprozentige Zusage, dass die beiden Affen nicht weggegeben werden. Hintergrund ist der geplante Zusatzweg zum Außengelände für die Menschenaffen. Epulu und Kitoto, die eigentlich abwechselnd mit den Bonobos das 2014 gebaute Außengelände nutzen sollen, haben laut Zoodirektor Arne Lawrenz „Krieg“ mit den Bonobos, meiden den Weg. Deshalb soll ein neuer Zugang entstehen. Das Gebäudemanagement der Stadt arbeitet gerade an Entwürfen.

Lawrenz sagte der WZ, dass er sich für die Kosten, deren Höhe noch nicht feststehen, Hilfe von den Initiatoren der Petition „Kitoto und Epulu sollen im Grünen Zoo bleiben dürfen“ erhofft. Die sehen das allerdings als „Seitenhieb“, wie Claudia Otte sagt, die die Petition mit ins Leben gerufen hatte.

Denn für sie und ihre Mitstreiter ist entscheidend, dass die Affen bleiben — dauerhaft. Darüber hat es schon zuvor Streit gegeben — was zur Online-Petition Ende 2017 geführt hatte. Und das ist auch die Krux an der Sache. Denn Lawrenz und das GMW wollen die Haltungsbedingungen der Schimpansen durch einen Zusatzweg verbessern — gleichzeitig würde Lawrenz die Schimpansen aber gerne weggeben, wenn ein geeigneter Zoo sie nehmen und sich die Haltungsbedingungen verbessern würden. Die Petitionsträger sehen eine Zusage für den dauerhaften Verbleib aber als Voraussetzung für ihren Einsatz. „Klar machen wir uns stark für einen zweiten Gang“, sagt Sandra Maiwald, die auch Mitglied im Zooverein ist. „Aber wie sollen wir das vermitteln, wenn wir keine Garantie haben, dass die Schimpansen bleiben?“, fragt sie und ist im Zweifel, dass Leute spenden möchten, wenn der Weg den Schimpansen nicht dauerhaft zugute kommen wird.

Lawrenz lässt das an den Motiven der Gruppe zweifeln. Er sagt, zum Wohl der Affen sollten sie sich doch bedingungslos einsetzen. Er wirft ihnen vor, sie wollten nur um ihrer selbst willen, dass die Affen bleiben. Maiwald sagt dagegen, es ginge ihnen ausschließlich um das Wohl der Tiere. „Hätten wir den Eindruck, es würde ihnen woanders besser gehen, würden wir sie ziehen lassen.“ Wegen Epulus Fehlprägung hält sie das aber für ausgeschlossen.

Die Gruppe sieht auch die aktuellen Baumaßnahmen im Affenhaus als Zeichen für einen Fokus auf die Bonobos zulasten der Schimpansen. Denn die Bonobos kriegen bald ein neues Männchen. Es soll voraussichtlich im Herbst aus Frankfurt kommen. Für den Fall, dass dessen Eingliederung nicht klappt, wird gerade eine neue Trennwand eingebaut, eine bestehende überarbeitet. Bisher ist aber vorgesehen, dass den Gorillas gegebenenfalls etwas Platz genommen wird, um den neuen Affen von der Gruppe zu trennen.

Die Bonobos sollen auf Dauer mehr Platz bekommen, bestätigt Zoo-Kurator Severin Dreßen. Aber die Gorillas auch. Weil Schimpansen und Orang-Utans nicht nachgezüchtet werden. So dass mehr Platz für die Bonobos und Gorillas frei wird, wenn die Tiere sterben oder gegebenenfalls den Zoo verlassen.

Wichtig sei in diesem Fall aber auch, dass das neue Bonobo-Männchen das soziale Gefüge stabilisieren soll, erklärt Dreßen. Drei ausgewachsene Weibchen stehen hier nur zwei ausgewachsenen Männchen gegenüber — von denen eines sehr alt ist. Falls es sterben würde, gäbe es ein Ungleichgewicht. Der Neuzugang soll das auffangen.

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