Besonders intensiv nehmen die Städtebauer den Stadtteil Arrenberg in den Blick.

Universität : Architekturstudenten erforschen Flächennutzung in Wuppertal

Besonders intensiv nehmen die Städtebauer den Stadtteil Arrenberg in den Blick. Aktuell arbeiten sie an einem großen Modell.

Welche Wohnbedürfnisse hat die Bevölkerung in Wuppertal in der Zukunft? Wie muss sich der Wohnungsbestand in der Stadt weiterentwickeln und wie viel Neubau braucht die Kommune? Mit diesen und weiteren Fragen sowie den daraus entstehenden Herausforderungen und Strategien beschäftigen sich Architekturstudenten und das Forschungsteam des Lehrstuhls Städtebau an der Bergischen Uni derzeit. Ziel ist es, nicht ausgeschöpfte Potenziale in bestehenden Gebäuden zu identifizieren und Strategien für ihre intelligente Nutzung zu erarbeiten, wie die Pressestelle der Uni mitteilt.

Die Weiterentwicklung des Wohnungsbestandes kann dabei auf ganz unterschiedliche Art und Weise erfolgen. „Das kann die Umnutzung eines leerstehenden Büros sein, aber auch das Abtrennen beziehungsweise Vermieten von freien Zimmern innerhalb von Wohnungen oder die gemeinsame Nutzung von Räumlichkeiten durch mehrere Gewerbetreibende, die den Raum jeweils nur zu bestimmten Zeiten brauchen“, sagt die Inhaberin des Lehrstuhls für Städtebau an der Bergischen Uni, Prof. Dr.-Ing. Tanja Siems.

Besonders intensiv nehmen die Städtebauer dafür derzeit den Stadtteil Arrenberg in den Blick. Gegenwärtig arbeiten die Studenten an einem großen Modell, das als ständig wachsende Datenbank die Raumpotenziale aufzeigen und als Informationsquelle für alle dienen soll, die Räume suchen oder zu vergeben haben. In Kooperation mit Bürgern und dem Verein „Aufbruch am Arrenberg“ soll das Modell mit Leben gefüllt werden.

Wie kann geschickt gewohnt
werden ohne Neubau?

Nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler müssen Gebäude immer wieder den Anforderungen der Nutzer angepasst werden. Durch das Projekt soll erprobt werden, wie durch die geschickte Nutzung von Bestandsgebäuden in Zukunft gewohnt und gelebt werden kann, ohne die Erschließung und den Bau von neuen Wohnflächen weiter vorantreiben zu müssen.

Praktische Beispiele, wie der Umbau und die Weiterentwicklung von bestehenden Gebäuden umgesetzt werden können, haben die Studentinnen und Studenten im vergangenen Sommersemester bei einer Exkursion in Barmen kennengelernt.

Die erste Station war das Barmer Rathaus, wo Stadtplaner Thomas Seck von der Abteilung Stadtentwicklung die komplexen Aufgaben und Ziele sowie die planerischen Strategien der Stadtverwaltung erläuterte. Im Anschluss führten Wolfgang Renner und Daniel Köster von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal (GWG) die Gruppe durch das Quartier Sedansberg. Dort stellten sie schließlich das geplante große Modernisierungsprojekt vor.

Ihre bisherigen Forschungen wollen die Architekturstudenten am 8. September beim Tag der Forschung in den City-Arkaden präsentieren. Dort soll das Modellprojekt für den Arrenberg vorgestellt werden.

Zudem nimmt der Lehrstuhl noch Hinweise zu wenig genutzten oder ungenutzten Flächen unter der E-Mail-Adresse staedtebau@uni-wuppertal.de entgegen. Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Tanja Siems, Telefon 0202/439-4262.

Mehr von Westdeutsche Zeitung