Ronsdorfer Sportverein feiert Jubiläum

Jubiläum : Seit 25 Jahren Sport und Spiel für Kinder

Die WZ sprach mit dem Vorsitzenden Andreas Göller über die Ausrichtung der SSG Ronsdorf.

Die Sport- und Spielgemeinschaft (SSG) Ronsdorf feiert Jubiläum: Vor 25 Jahren wurde der Sportverein gegründet, der sich ein wenig von den „klassischen“ Sportvereinen unterscheidet. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden Andreas Göller.

Sie sind Vorsitzender. Spielt das Amt eine Rolle?

Andreas Göller: Nein, absolut nicht. Wir haben die Vereinsmeierei von Anfang an außen vor gelassen. Ich bin zwar offiziell Vorsitzender, weil einer Vorsitzender sein muss, aber alle Entscheidungen werden im Team getroffen.

Mittlerweile hat die SSG mehr als 500 Mitglieder. Hätten Sie damals an so einen Erfolg geglaubt?

Göller: Beim Start denkt man ja nicht daran, wo man in 25 Jahren steht. Aber das ist ein schöner Erfolg, keine Frage. Zumal die Arbeit ehrenamtlich geleistet wird.

Wenn Sie zurückblicken: Wie waren die Anfänge?

Göller: Schwierig. Aber das ist wahrscheinlich immer so, wenn etwas Neues kommt. Wir wurden als „Mauerblümchen“ bezeichnet. Uns wurden schon Steine in den Weg gelegt, etwa, wenn es um Hallenzeiten ging. Das war anfangs wirklich schwierig. Dabei haben wir von Anfang an klargemacht, dass wir niemandem etwas wegnehmen wollen.

Was unterscheidet denn die SSG von anderen Vereinen?

Göller: Unser Ziel war und ist es, Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen, ihnen eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu bieten. Ohne den Wettkampfgedanken.

Wie ist das Verhältnis zu den anderen Vereinen, insbesondere in Ronsdorf, heute?

Göller: Sportlich gut. Was aber auch damit zusammenhängt, dass es zahlreiche Aussprachen gab, und mittlerweile diejenigen mit sehr verknöcherten Ansichten nicht mehr in den Vereinen tätig sind. Und man muss sehen: Es ist keine Konkurrenz. Ich denke, je mehr Angebote es gibt, desto besser.

Das Hauptaugenmerk der SSG liegt auf Breitensport. Welche Angebote gibt es?

Göller: Wir haben eine große Rollkunstlauf-Abteilung, Schwimmen, Judo oder auch Inline-Skaten, dazu Jiu-Jitsu, Kinderturnen, Wassergymnastik, Hockey just for fun, Zumba und Tricking. Außerdem zum Beispiel Wirbelsäulengymnastik. Der sportmedizinische Aspekt spielt eine große Rolle bei uns. Unser Motto ist: Nicht reden, sondern machen.

Und der Leistungsgedanke?

Göller: Der ist zweitrangig. Mannschaften im Ligabetrieb gibt es zum Beispiel nicht. Wir hatten mal Volleyball-Teams, die aber „nur“ in einer Hobby-Mixed-Liga gespielt haben.

Und wenn sich doch jemand als besonders talentiert erweist?

Göller: Dann verweisen wir natürlich an andere Vereine. Zum Beispiel, wenn jemand beim Schwimmen extrem schnell Fortschritte macht. Aber es gibt auch immer wieder Kinder und Jugendliche, die dann trotzdem nicht den Verein wechseln wollen.

Ihre Angebote finden vornehmlich in der Sporthalle der Gesamtschule an der Blutfinke statt. Die SSG träumt aber seit langem von einer eigenen Halle. Wie ist denn da der aktuelle Stand?

Göller: Leider wird das wohl ein „Dauertraum“ bleiben. Einen Hallenbau können wir ohne Förderung nicht finanzieren. Nichtsdestotrotz hoffe ich natürlich, dass das irgendwann vielleicht doch noch klappt.

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