Verein Aufbruch: Gärten für alle direkt am Wupperufer

Verein Aufbruch: Gärten für alle direkt am Wupperufer

Der Verein Aufbruch Am Arrenberg will auf einem Grundstück der Stadtwerke Gemüse für Selbstverbraucher anpflanzen.

Arrenberg. Unter dem Oberbegriff „Essbarer Arrenberg“ wollen die Mitglieder des Vereins Aufbruch am Arrenberg das Bewusstsein ihrer Mitbewohner für die eigene Verpflegung schärfen. Dazu gehört der Anbau von Lebensmitteln in innerstädtischen Gärten, was neudeutsch als Urban Gardening bezeichnet wird.

Auf dem Dalsterhof am Königshöher Weg wird auf einer kleinen Fläche bereits Urban Gardening von den Arrenbergern betrieben. Das zarte Pflänzchen wächst und gedeiht, aber die Initiatoren wollen sich nicht auf ein Grundstück am Rande des Quartiers beschränken, sondern außerdem zentral gelegene Flächen bewirtschaften. Daher stieß das Angebot der Wuppertaler Stadtwerke, ein seit vielen Jahren ungenutztes Grundstück in der Nähe der Pestalozzibrücke zu nutzen, auf offene Ohren.

„Wir planen einen Gemeinschaftsgarten, der von vielen Menschen im Viertel genutzt werden soll. Welche Konzepte wir am Ende auf der Fläche verfolgen werden, hängt von den noch ausstehenden Ergebnissen Bodenanalyse ab. Schließlich handelt es sich um eine frühere Industriefläche“, sagt Lukas Konietzky vom Verein Aufbruch am Arrenberg. Dass sich auf dem rund 120 Quadratmeter großen Streifen entlang der Wupper etwas tut, ist aber bereits jetzt sichtbar. So wurden einige Bäume gefällt, die bisher die Rückwand der WSW-Werkstätten verdeckten, und es wurde Gestrüpp entfernt. Dass die Fassade freigelegt worden ist, löst nicht nur Begeisterung aus. Doch mit den Rodungsarbeiten und dem Gehölzschnitt konnten die Arrenberger nicht länger warten, weil ab dem 1. März mit Rücksicht auf die Brutvögel Gehölzschnitt und Baumfällungen untersagt sind.

„Im nächsten Schritt wird das Holz gehäckselt oder in Stücken abtransportiert. Wenn die Ergebnisse der Bodenanalyse feststehen, müssen wir entscheiden, ob die Fläche mit Mutterboden aufgefüllt wird und wo eventuell Hochbeete angelegt werden. Die Mauer zur Wupper muss eine gewisse Höhe haben, damit die Sicherheit gewährleistet ist“, sagt Lukas Konietzky, der zuversichtlich ist, dass das Projekt nicht an dem Ergebnis der Bodenproben scheitern wird. „Die Tomaten müssen ja nicht immer aus Holland kommen“, meint Konietzky.

Dass auf dem kleinen Streifen längs der Wupper dereinst Lebensmittel in großen Mengen geerntet werden, ist nicht das Ziel. Pfarrer Ulrich T. Christenn hofft vielmehr, dass der zukünftige Garten an der Pestalozzibrücke von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Herkünfte aus dem Quartier als Nachbarschaftsgarten genutzt wird. „Den Gärten Dalsterhof und an der Pestalozzibrücke sollen weitere im Quartier folgen. Wir wünschen uns, dass wir im Frühjahr in dem neuen Garten an der Wupper loslegen können“, sagt Ulrich T. Christenn, der Mitglied der Initiative „Essbarer Arrenberg“ im Verein Aufbruch am Arrenberg ist.

Und so können die Fahrgäste schon bald aus der Schwebebahn den Arrenbergern beim Gärtnern zuschauen. Ein Beispiel für den positiven Wandel an den Ufern der Wupper. Im Frühjahr soll es mit der Bepflanzung und Aussaat losgehen.

„Solidarische Landwirtschaft“ nennt Julia Dronka, was im Gemeinschaftsgarten Dalsterhof am Rande des Arrenbergs am Königshöher Weg schon entstanden ist. Den besonderen Reiz des Gartens am Wupperufer mache aus, dass er mitten im Quartier liege. Damit sei die Hoffnung verbunden, dass sich die Vielfalt der Bewohner des Arrenbergs in der Vielfalt der Nutzer der Anbaufläche spiegelt, so Ulrich T. Christenn.