Betreuung: Kita-Plätze: Bedarf steigt weiter

Betreuung: Kita-Plätze: Bedarf steigt weiter

Stadt und private Träger bauen immer mehr Einrichtungen. 600 Plätze sollen im neuen Kita-Jahr ab August entstehen.

Wuppertal. „Ich glaube, dass wir die Zielquote von 40 Prozent auf 50 Prozent anheben müssen“, sagt Cornelia Weidenbruch, die Leiterin des Kita-Stadtbetriebs. Sie meint damit: Bisher setzt sich die Stadt das Ziel, für etwa 40 Prozent der null- bis sechsjährigen Kinder einen Kita-Platz zu stellen. Das reiche aber nicht mehr aus, habe eine aktuelle Elternbefragung der Stadt ergeben. Nach wie vor werden in Wuppertal viele Kinder geboren, 2016 waren es 3372 Neugeborene.

Und darauf muss die Stadt reagieren, worum sie sich auch bemüht: Sieben neue städtische Kitas befinden sich in konkreter Planung oder im Bau, drei sind bereits vor Kurzem in Betrieb genommen worden, etwa 20 weitere Standorte werden von der Stadt geprüft. Und noch mal neun Kitas werden derzeit von freien Trägern geplant. Im kommenden Kindergartenjahr sollen so ab August 600 neue Kita-Plätze dazukommen.

„Insgesamt brauchen wir wohl gut 2000 Kindergartenplätze“, vermutet Weidenbruch. Alle zehn neuen Kitas werden so geplant, dass sie für Kinder jeden Alters geeignet sind. „Wir planen mit sogenannten Familiengruppen“, erklärt Weidenbruch. Das bedeutet: Pro Gruppe sollen fünf Kinder unter drei und elf Kinder zwischen drei und sechs Jahren zusammen sein. „Die Kleinen lernen von den Großen, die wiederum übernehmen Verantwortung.“ In jeder Kita sollen etwa 100 Kinder in sechs Gruppen Platz finden.

Die Kita an der Rudolfstraße ist auf dem Weg zur Fertigstellung am weitesten fortgeschritten: Die Wände stehen bereits, die erste und die zweite Etage sind eingezogen, bald kommen Dach und Innenausbau. Ende dieses Jahres soll die Kita mit 105 Plätzen in der Spitze in Betrieb gehen.

An der Hatzfelderstraße beginnen bald die Rohbauarbeiten. Die Kita dort wird — wie jede städtische Kita — ebenfalls für sechs Gruppen und 105 Plätze geplant. Auf ähnlichem Stand ist die Entwicklung bei der Kita an der Roseggerstraße.

An der Staubenthaler Straße ist der Abriss des alten Gebäudes fertig, derzeit finden Kanalbauarbeiten und Rodungen statt, die Ausschreibung des Projekts ist bereits erfolgt. Die Stadt muss die Vergabe solcher Projekte europaweit ausschreiben.

Die vier zuvor genannten Kitas sollen bis 2018 in Betrieb sein. Außer der hohen Zahl an Neugeborenen führe auch die Tatsache, dass Kinder immer früher in Betreuung gegeben würden, dazu, dass der Bedarf an Kita-Plätzen in der Stadt steigt.

Für die Kita an der Ahrstraße rechnet Weidenbruch in diesen Tagen mit der Zustimmung für die Änderung des Bebauungsplans. Ab dann kann das Bauprojekt ausgeschrieben werden. Auf gleichem Stand ist die Kita auf dem ehemaligen Sportplatz an der Schützenstraße. Auch für die Kita an der Bromberger Straße gibt es bereits einen Durchführungsbeschluss.

In der ersten Phase der Realisierung steckt die Kita an der Schenkstraße. Noch gibt es keinen Grundsatzbeschluss, die erste zu bewältigende Hürde. „Mit dem kann dann die Planung, die ja auch schon Geld kostet, in Angriff genommen werden“, sagt Weidenbruch. Nächste Stufe ist dann der Durchführungsbeschluss. Entschieden wird das im Jugendhilfeausschuss und im Rat der Stadt.

Das Problem an der Schenkstraße: Es gibt Gegner in den Reihen der Anwohner. Das große Areal wollen viele lieber als Grünfläche erhalten, so Weidenbruch. „Das erleben wir leider immer wieder, manche haben etwas gegen einen Kindergarten in ihrer Nachbarschaft.“ Nur wollten das die wenigsten offen zugeben. Die Widerstände sind auch Sozialdezernent Stefan Kühn bekannt: „Von 20 geplanten Kitas lassen sich am Ende vielleicht zehn umsetzen. Mal spielt der Grundstückseigentümer nicht mit, mal sind es Altlasten oder Denkmalprobleme, mal stellen die Nachbarn sich quer“, sagt Kühn. Letzteres sei dem freien Träger Lebenshilfe widerfahren, der neben seinen Werkstätten eine integrative Kita bauen wollte.

Immerhin: Einige Kitas werden dann doch fertig. Die an der Rödiger Straße etwa. Sie ging am 1. August mit drei Gruppen in Betrieb. Die vierte Gruppe kommt am 1. März dazu, ab 1. August dieses Jahres sollen dann alle sieben Gruppen dort untergebracht sein. Auch die Kita an der Kohlstraße läuft mit vier Gruppen und wird ebenfalls ab dem 1. August um zwei weitere komplettiert. Die Kita an der Bendaher Straße läuft seit August vergangenen Jahres, dort kommen fünf Gruppen zusammen.