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Friedenshöhe: Abriss hat begonnen — Bau muss warten

Friedenshöhe: Abriss hat begonnen — Bau muss warten

Die Barmenia muss Auftrag für ihr Projekt Wohnpark noch einmal ausschreiben.

Elberfeld. Es geht los mit dem Wohnpark Friedenshöhe — dachten zumindest viele, als der Bagger an der Ecke Ronsdorfer Straße/Barmenia-Allee anrückte. Doch zunächst wird nur das alte Gästehaus der Barmenia abgerissen, wie Projektleiter Udo Reinhardt auf WZ-Anfrage erklärt. „Das war ohnehin geplant“, sei aber unabhängig vom Neuprojekt, wobei das natürlich den Platz brauche. Bis dafür der Spatenstich erfolgt, dauere es noch, so Reinhardt. Der Grund: Die Barmenia muss den Auftrag noch einmal neu ausschreiben. Bislang habe sich kein Generalunternehmer gefunden, der auf das Angebot eingegangen ist.

Friedenshöhe: Abriss hat begonnen — Bau muss warten

Wann es losgeht, sei deshalb noch offen. Deshalb wurden auch noch nicht die Bäume auf dem Grundstück gefällt. Das hätte sonst bis Ende Februar erfolgt sein müssen. Wahrscheinlich werde das nun ab Oktober nachgeholt, so der Projektleiter.

Das alte Gästehaus habe gut 50 Jahre auf dem Buckel gehabt. „Bis zuletzt haben wir es noch genutzt“, sagt Reinhardt, räumt aber ein, dass es immer wieder Probleme mit Wasserschäden gab. Einzelne Zimmer seien gar nicht bewohnbar gewesen.

Für den neuen Wohnpark, der aus insgesamt drei bis zu viergeschossigen Häusern mit 45 Eigentumswohnungen bestehen wird, rechnet Reinhardt mit 18, 19 Monaten Bauzeit. Zu dem Komplex mit einer Gesamtfläche von etwa 6000 Quadratmetern gehören auch Tiefgaragen. Zum Projekt gab es 2016 einen Architektenwettbewerb. Unter zehn Bewerbern hatte sich das Wuppertaler Architektur-Contor Müller Schlüter (ACMS) mit seinem Entwurf durchsetzen können.

Die Bebauung war allerdings von Anfang an nicht unumstritten. Kritik äußerte vor allem die Eigentümergesellschaft der Häuser Mareesstraße 69-73, die unter anderem mit der geplanten Geschosshöhe haderte. Die Anwohner fürchten, durch die hohen Wohnblöcke „eingemauert“ zu werden, hieß es damals. Zudem könnten die massiven Erdbewegungen negative Folgen für die Häuser an der Mareesstraße haben.

Man stehe in ständigem Kontakt zu den Nachbarn, sagt Udo Reinhardt. Deshalb sei auch vor Baubeginn eine Beweissicherung erfolgt. Treten möglicherweise im Nachhinein Schäden auf, ließe sich belegen, ob diese mit dem Bau in Zusammenhang stehen.

Dass gebaut werde, „damit haben wir uns jetzt abgefunden“, sagt Axel Hennes, Sprecher der Eigentümergemeinschaft gegenüber der WZ. Man sei nie grundsätzlich gegen den Bau gewesen, aber eben gegen den Umfang. Zumindest für eines der Häuser hätte man sich eine niedrigere Geschosshöhe gewünscht. „Bedenken und Anregungen haben wir in einem Positionspapier formuliert“, sagt Hennes. Reaktionen darauf hätte es aber kaum gegeben. Der Eindruck der Eigentümergemeinschaft sei immer gewesen, dass Stadt und Politik dieses Projekt unbedingt gewollt hätten.

Den Bauplänen zugestimmt hatte auch die Bezirksvertretung Elberfeld. „Es kam insgesamt positiv an“, erinnert sich Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius. Allerdings sei auch aus der BV schon der Vorschlag geäußert worden, mit Rücksicht auf die Mareesstraße eins der Häuser niedriger zu errichten. Dem sei aber nicht gefolgt worden, so Vitenius. Die Barmenia habe nun mal die rechtliche Erlaubnis, höher zu bauen.

Die Nachfrage nach den Wohnungen sei jedenfalls groß, erklärt Reinhardt. Schon bei den ersten Veranstaltungen, als die Pläne öffentlich vorgestellt wurden, hätten sich Interessenten gemeldet. „Aber bevor wir wirklich mit dem Bau anfangen, werden wir nicht in die Vermarktung gehen.“