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Corona: Wuppertaler Krankenhäuser stocken die Bettenzahl auf

Gesundheitsversorung in Wuppertal : Krankenhäuser stocken die Bettenzahl auf

Am Dienstag gab es in Wuppertal drei Erkrankte, die stationär behandelt wurden, einer brauchte Beatmung. Jetzt stocken die Krankenhäuser die Zahl ihrer Betten auf.

Die Krankenhäuser bereiten sich auf die erwarteten Corona-Patienten vor. Aktuell werden bereits drei Personen stationär behandelt, eine davon muss beatmet werden. Doch es wird mit mehr gerechnet. Insgesamt, so hieß es vor vier Wochen, sind 75 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit in der Stadt vorhanden. Diese Zahl könne aber erhöht werden. Auf wie viel, dazu gibt es derzeit keine Auskunft.

Bei 36 Menschen in Wuppertal hat sich inzwischen eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt (Stand Dienstag 13.30 Uhr). Die Zahl der Menschen in Quarantäne beläuft sich auf 311. Nach WZ-Informationen sollen darunter auch zwei Ärzte aus dem Helios-Klinikum sein.

Das Klinikum hat sich dazu am Dienstag nicht geäußert. Auch nicht zu der Frage, wie viele Intensivbetten oder Beatmungsplätze es hat. Dazu gab es am Dienstag auch keine Angaben aus den anderen Wuppertaler Krankenhäusern. Laut statistischem Bundesamt werden rund 34 Intensivbetten je 100 000 Einwohner vorgehalten - das wären in Wuppertal 125 Betten. Mit 75 Betten liegt die Stadt darunter.

Mitarbeiter wollen auf ihren Urlaub verzichten

Im Bethesda-Krankenhaus, das bisher nach eigenen Angaben 18 Intensivbetten hatte, wird ausgebaut: „Wir konnten die Kapazität unserer Beatmungsplätze bereits erweitern und arbeiten zudem daran, darüber hinaus noch weitere Plätze zur Verfügung zu stellen“, erklärt Sprecherin Maren Esser auf Nachfrage. Zahlen darüber hinaus gibt es dort aber auch nicht.

Maren Esser betont: „Wir sind als Krankenhaus grundsätzlich gut auf die Behandlung von Patienten mit schweren und schwersten Atemwegsinfekten vorbereitet, die einer umfassenden klinischen Versorgung bedürfen. Dies gilt für Influenza- und mögliche Covid19–Patienten mit und ohne Beatmungs-/Intensivpflicht gleichermaßen.“

Viele Mitarbeiter hätten bereits signalisiert, freiwillig auf ihren Urlaub zu verzichten. „Für dieses außerordentliche Engagement danken wir unseren Mitarbeitenden sehr“, erklärt die Sprecherin. Auch Desinfektionsmittel, Atemmasken und Schutzkleidung seien zur Zeit ausreichend vorhanden.

Um Menschen, bei denen der Verdacht einer Infektion besteht, vom sonstigen Krankenhausgeschehen zu isolieren, hat das Bethesda-Krankenhaus eine Atemwegs-Ambulanz mit separatem Eingang eingerichtet. Zudem wurde eine Station zur Atemwegsstation umgewandelt. Dort werden Patienten mit dem Verdacht einer Coronainfektion medizinisch versorgt und behandelt, die nicht intensiv-pflichtig sind – von Personal, das nur auf dieser Station eingesetzt wird. „Bei Bedarf werden wir weitere Anpassungen vornehmen“, erklärt Maren Esser.

Das Bethesda-Krankenhaus hat ebenso wie Petruskrankenhaus und das Krankenhaus St. Josef einen generellen Besuchsstopp eingeführt. Ausnahmen gibt es nur in absoluten Sonderfällen, für schwersterkrankten Patienten nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt und nur bei absoluter Symptomfreiheit. Im Helios-Klinikum ist die Besuchszeit sehr reduziert. Auf der Homepage heißt es: „Pro Patient nur ein Besucher am Tag für maximal eine Stunde zwischen 15 und 17 Uhr.“

Diese Regelungen entsprechen der neuen Verfügung der Stadt von Dienstagnachmittag. Danach müssen Krankenhäuser und andere Einrichtungen wie Pflegeheime Besuche verbieten oder dürfen maximal einen registrierten Besucher pro Bewohner und Patient pro Tag zulassen und nur wenig Ausnahmen erlauben – etwa bei Palliativpatienten.

Komplett verboten sind Besuche von Kindern unter 16 Jahren, Personen mit Atemwegsinfektionen und Menschen, die in den 14 Tagen zuvor in einem Risikogebiet im Ausland wie Italien oder in einem besonders betroffenen Gebiet in Deutschland wie dem Landkreis Heinsberg waren.

Geschlossen werden müssen Kantinen, Cafeterien oder andere der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen der Krankenhäuser. Veranstaltungen und Kurse dürfen nicht mehr stattfinden.

Sozialdezernent Stefan Kühn erläutert, dass es bei allen Maßnahmen darum gehe, dass die Erkrankungszahlen nicht zu schnell zu einem Höhepunkt kommen: „Wir müssen sehen, dass der Peak später kommt, die Kurve langsamer wächst, damit die Behandlungskapazität reicht.“ Er betont, Stadt und Krankenhäuser seien dazu im ständigen Austausch.