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Wuppertal: „Bevor es die Gemeinde gab, gab es den Chor“

Wuppertal : „Bevor es die Gemeinde gab, gab es den Chor“

St. Cäcilia in der Gemeinde St. Michael feiert 100-jähriges Bestehen. Dazu gibt es eine eigene Fahne.

Die heilige Cäcilia ist die Patronin der Kirchenmusik. Sie wird häufig mit einer Orgel oder einer Geige dargestellt. Viele kirchliche Chöre haben sich nach der Schutzpatronin benannt, darunter auch der Chor St. Cäcilia in der Gemeinde St. Michael. „1919 wurde der Chor als gemischter Chor gegründet“, sagt Georg Mintert, Mitglied des Kirchenvorstandes. Sein 100-jähriges Bestehen feiert der Chor am 22. November, dem Gedenktag der Heiligen Cäcilia. Dazu proben die Sängerinnen und Sänger die Messe von Joseph Gabriel Rheinberger in E-Dur für das feierliche Hochamt.

Die Geschichte des Chores
ist die des katholischen Lebens

Die Geschichte des Chores ist auch die Geschichte der Katholiken in Uellendahl. Nach dem ersten Weltkrieg lebten hier nur drei oder vier katholische Familien. „Bevor es die Gemeinde gab, gab es den Chor“, sagt Mintert. Am 1. Mai fand die erste Probe statt, die erste Aufführung am 29. September.

Katholisches Leben entstand in Uellendahl erst durch Firmen wie Quante und die Schokoladenfabrik, als Familien zuzogen und die Gemeinde wuchs. Ende der zwanziger Jahre gab es mehr als 2000 Katholiken. Heute gehört die Gemeinde St. Michael zum Gemeindeverbund Herz Jesu.

Für das Jubiläum des Chores gestaltete Hans Osterberg eine Fahne der heiligen Cäcilia. Der 72-Jährige hat eine enge Verbindung zur katholischen Kirche und schon zahlreiche Fahnen gestaltet. „Die Fahne für die Gemeinde Maria im Frieden finde ich am schönsten. Sie zeigt die Mutter Gottes mit einer Taube in der Hand“, sagt Osterberg. Er stickte Fahnen mit Papst Johannes Paul und auch Papst Benedikt XVI. „Die heilige Cäcilia wollte ich auch sticken, aber das hat nicht geklappt“, sagt engagierte Ehrenamtler, der bei den Borromäerinnen aufwuchs und dabei das Nähen lernte. „Ich habe eine Statue fotografiert, das Bild dann auf Leinen aufziehen lassen und auf der Fahne eingesetzt“, sagt Osterberg, der ausgebildeter Dekorateur ist. Die beige Fahne zeigt jetzt das Bild der heiligen Cäcilia mit einer Handorgel.

Georg Mintert ist zufrieden: „Ich kenne den Hans schon lange und als ich ihm gesagt habe, dass wir zum Jubiläum gerne eine Fahne hätten, hat er sofort ja gesagt.“ Die Fahne wird geweiht und als Jubiläumsfahne in der Kirche aufgestellt. Auch bei der Pfarrprozession im Mai wird sie präsentiert.